Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei
Öffentliche muslimische Meinungsbildung zu Islam relevanten Themen in der Schweiz
 
 StartseiteStartseite   FAQFAQ   ShopsShops   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Private NachrichtenPrivate Nachrichten   LoginLogin 

UMMAH Reflexionen

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht -> ARTIKEL & AUFSÄTZE
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Fr 07 März, 2014 11:10    Titel: UMMAH Reflexionen

Bismillahi Rahmani Rahim

"UMMAH - REFLEXIONEN"

Sr. S.A.M.

Die muslimische Gemeinschaft („Umma“) der heutigen Zeit kann wahrhaftig nicht als geeint und wohl genauso wenig als gesund bezeichnet werden. Will man sich für die Anliegen unserer Gemeinschaft und unserer Religion einsetzen, bekommt man dies auf breit gefächerter Ebene schmerzlich zu spüren. Grob vereinfacht kann man – jedenfalls hier bei uns im „Westen der Welt“ –vielleicht zwei schädliche Grundtendenzen der praktizierenden Muslime in religiösen Angelegenheiten erkennen: auf der einen Seite die Tendenz, leicht „rosa“ zu färben, nach aussen hin gewisse Dinge zu beschönigen im Sinne von „verniedlichen“, auf der Basis des wenigen Wissens, das uns in den jeweiligen nicht – arabischen Landessprachen auf breiter Ebene zugänglich ist, den Islam zwar mit Begeisterung und Hingabe als den Segen zu erkennen und erfahren, der er ist, aber aufgrund geringem persönlichen Wissens und zu wenig gelebter (vorbildlicher) Praxis in eigentlich jedem Teil der heutigen Welt ziemlich „blauäugig“ an die Umsetzung - auch im Kontext des öffentlichen Bekanntmachens des Islam- zu gehen. Diese Grundstimmung ist – verständlicher und auch grundsätzlich entschuldbarer Weise – eine sehr verbreitete bei neuen Muslimen, sowohl bei „Konvertiten“, aber auch bei sehr vielen geborenen Muslimen. Man will in diesem Fall vorwiegend „nett“, verbindend wirken – durchaus ein Teil der islamischen Praxis – es stehen einem Werte im Vordergrund wie ein friedvolles und gegenseitig wertschätzendes Zusammenleben mit anderen Menschen, freundlicher Umgang, Barmherzigkeit im weitesten Sinne. Diese – auch im Islam - relevanten und wichtigen Anliegen stehen hier im Vordergrund.

Unter der zweiten „Färbung“ sind diejenigen zu finden, welche – von mehr stürmischer, oft jugendlicher Begeisterung getragen - den Islam als Alternative zum bestehenden als „marodem“ und „degenerierten“ System identifizierend, möglichst rasch, radikal, „effizient“ ihr Ziel sowohl der persönlichen Hingabe als auch der Überzeugung (Missionierung?) Gleich – wie Andersgläubiger im mehr politisch gewichteten Sinne auf lautstarke, meist kämpferisch und provokativ anmutenden Weise zum Islam als Alternative erreichen wollen. Leider lässt sich diese Gruppe fast immer von denjenigen Muslimen „inspirieren“, die aus dem Islam eine Ideologie, ein „neuzeitliches politisches System“ gemacht haben, eines welches vieles davon schmerzlich vermissen lässt, was die traditionellen muslimischen Gesellschaften und Gelehrten an menschlicher und spiritueller Grosszügigkeit, Grossherzigkeit und Weitsichtigkeit aufwiesen. Dies mag sich auch aus dem Umstand ergeben, dass auf politischer Ebene auf den ersten Blick keine nennenswerten Alternativen zur obengenannten restriktiven ideologischen Version aufscheinen, enthebt die einzelnen Engagierten jedoch nicht ihrer Verantwortung, nach islamisch Ganzheitlichem, Stichhaltigem Ausschau zu halten.

Sowieso als nicht mehr ganz junger Mensch und Muslim, der diese Tendenzen selbst im Ansatz durchlaufen haben mag (oder noch durchläuft) kann man für all jene möglichen menschlichen Empfindungsweisen und Lebensstadien der Menschen - und der Muslime im Speziellen - bis zu einem gewissen Grad Empathie aufbringen. Es sind hier vorwiegend durch menschliche Gefühle- also EMOTIONAL begründete und geprägte – Haltungen, leider jeweils untermauert von einem Mangel an echtem Wissen über die Sache unserer Religion. Und es gibt wohl keinen von uns Muslimen hier in der Schweiz, auf den dieser letztgenannte Mangel nicht wenigstens bis zu einem gewissen Grade zutrifft, auch keinen, der sich daher nicht – vielleicht immer wieder abwechselnd und anders gewichtet – zumindest ganz am Rande einer dieser zwei Gruppierungen zuordnen liesse.

Emotionen nun sind Bestandteile jeglichen menschlichen Erlebens, Denkens, Handelns und das soll so sein. Im besten Falle geben sie in unserem Leben die „Begleitmusik“ ab – leiten sollten wir uns von ihnen nicht lassen. Wovon aber lässt sich der – vernünftige – Mensch leiten?
Schon unser Prophet Muhammad (Gottes Friede und Barmherzigkeit sei auf ihm!) hat immer wieder auf die Relevanz des Wissens hingewiesen. Wissen soll man sich beschaffen, auch wenn man dafür nach „China reisen“ muss, der sich Wissen Aneignende soll sogar dem Gott Anbetenden überlegen sein (vorausgesetzt, die Anbetung ist auch Bestandteil seines Lebens!) Nun sollen wir uns Wissen allerdings, gerade wenn es um religiöse Dinge geht, nicht einfach „wild“ zusammensammeln, wie ein Pilzsucher, der keine Ahnung von Pilzen hat und sich dabei auf sein „Gefühl“ verlässt! Wie schön ist doch z. B. der Fliegenpilz und wie giftig aber! Genauso wenig aber, wie man jeden Pilz gefahrlos essen kann, soll man sich geistiges Gut einverleiben, ohne dessen Zusammensetzung genau zu beachten! Wie wichtig ist dies gerade bei religiös – spirituellen Gegenständen, die unsere Beziehung zu Gott, zu Allah – erhaben ist Er – prägen, die unser Menschsein auf umfassendste, tiefgreifende, höchst subtile Weise aktivieren sollen. Nicht können wir unsere Gefühlslage per se steuern. Beeinflussen können wir sie jedoch wohl durch eine gesunde Herzenshaltung, klare Gedanken, eine optimale innere und äussere „Erziehung“!

Wir kommen als Muslime in der heutigen Zeit nicht um zwei Fragen herum:
    • Warum befinden wir uns als Gemeinschaft unter den Menschen weltweit in der Position der Schwäche, der Erniedrigung, der Verwirrung, Überforderung? Eine Frage übrigens, die sogar Kinder stellen, sind sie denn wach und aufmerksam. Eine meiner Töchter hat es einst so formuliert: „Wenn Islam richtig ist, warum geht es dann den Muslimen auf der ganzen Welt schlecht?“ (War für mich damals gar nicht leicht zu beantworten, hat mich aufgerüttelt und – bis heute - zum Nachdenken und - forschen angeregt, will man doch Kindern ihre Fragen beantworten können!)
    • An welchen Wissensquellen, wollen wir uns bei der (Wieder -) Belebung des Religiösen, der Religion (in uns selbst sowie in der Gemeinschaft der Muslime) orientieren?


Woran also krankt unsere Gemeinschaft?
Der Krankheitskeim ist ein allem Leben auf der Erde innewohnender Bestandteil. Kein lebender Organismus ist frei davon. Es ist eine lebenslange Aufgabe, dieser vielgestaltigen Erscheinung in jedem menschlichen Bereich, auch im inneren, unsichtbaren, seelisch – geistigen immer wieder Herr zu werden, den Teil des Gesunden zu pflegen und instand zu halten soweit nur immer möglich, damit der Schaden nicht überhand nehmen kann. Dass „Krankheit“ im weitesten Sinne sich derzeit auf grossem Fuss auf unserem gesamten Planeten bis hinein in die Psyche der Menschen ihren Weg bahnt, ist offensichtlich. Als Muslime nun glauben wir, nein, wissen wir, das heisst, wir spüren sicher im Herzen, dass der Islam der grösste Segen, die umfassendste Rechtleitung für die Menschheit ist, dass der „Din“, (Glaube) des Islam dem Menschen auf optimale Weise zur Entfaltung auf jeder Ebene verhelfen kann. (Dies hatte ich so in etwa wohl auch meiner Tochter gesagt….) Wenn nun also die „Krankheit“ sich in unserer Gemeinschaft dermassen schwächend und verunstaltend ausbreiten kann, muss etwas ganz grundlegendes auch bei uns „faul“ sein, denn über Jahrhunderte ist der Zustand unserer „Umma“ sehr wohl den ganz „ normalen“ Schwankungen jeder menschlichen Gemeinschaft unterlegen, hat sich jedoch immer wieder stabilisiert – frische, schöpferische („Ur“- )Kraft und Erneuerung kam aus einer anderen Ecke der Welt, von einem anderen Volk, das reinigend und neubelebend auf die, wie jede menschliche Gesellschaft von Natur her der Degeneration ausgesetzte muslimische Gemeinschaft einwirkte. Heutzutage jedoch ist diese „Schwankung“ aus dem Ruder gelaufen.

Bereits in anderen Aufsätzen habe ich in diesem Zusammenhang das Problem der wirtschaftlichen Abweichung von der Regel des Zinsverbots in allen abrahamitischen Religionen angesprochen und zu umschreiben versucht. Wir leben weltweit auf der Basis von ungedeckten, hoch verzinsten und verzinseszinsten „Schuldscheinen“ bezw. Leistungsversprechen: Wir versprechen, etwas zu leisten und erklären uns gleich auch noch bereit dazu, um dieses Versprechen überhaupt abgeben und einlösen zu dürfen, Zins und Zinseszins zu zahlen – dies ist die absurde Grundlage jedes Geldscheins, der die Bank verlässt, viel mehr an „Deckung“ ist wohl heutzutage nicht mehr übrig!* Daraus besteht die „Substanz“ unseres gebräuchlichen Papiergeldes. Es wird hier der grösste Betrug der Menschheitsgeschichte inszeniert aber jeder von uns macht mit, lässt sich willig täuschen/ausbeuten – leider auch ohne dass die grosse Mehrzahl auch der muslimischen Gelehrten hier eingreift und Grundlegendes klarstellt. Es genügt ja keineswegs, sich innerhalb des bestehenden Systems ein „zinsfreies Konto“ anzulegen, zu „sparen“, zu „spenden“, islamisch kompatible Aktienfonds zu gründen! Damit ist das Problem nicht bei der Wurzel gepackt! Gott sei Dank werden mittlerweile Stimmen laut, die dieses Problem in aller Klarheit beim Namen nennen, so kürzlich in Zürich, wo von einem renommierten Islamgelehrten gesagt wurde, dass eine der fünf Säulen des Islam eigentlich „gefallen“ sei, nämlich die der Zakat. Die Zakat ist die Pflichtabgabe auf Vermögen, die in Naturalien bezw. in vorhandenen (nicht erst versprochenen, noch inexistenten!) Waren – das heisst im Falle von „Reinvermögen“ dem (nächstliegenden) Gold oder Silber – bezahlt werden muss und nicht in Form dieser von allem Ursprung an mit Zins behafteten Liefer- und Leistungsversprechen** entrichtet werden kann! Und was solches für uns Muslime bedeutet, ist wohl nicht schwer zu erfassen – jedes Gebäude, dem ein Pfeiler fehlt, stürzt mit der Zeit ein, eben auch das hehre und eigentlich jedem Bereich des menschlichen Lebens Halt und Gleichmass verleihende Gebäude des Islam.

Es bedarf eigentlich nicht viel an Vorstellungskraft, geschweigedenn (islamischer) Gelehrsamkeit, sich von Augen zu halten, wie das Leben von uns Menschen aussähe, wenn wir unsere wirtschaftlichen Aktivitäten beschränken müssten, wenn wir ohne diese immense Verschuldung auskommen müssten (man sehe sich die Zahlen für die weltweite Verschuldung im „Google“ mal an…), die zudem so hoch verzinst ist, dass eine Rückzahlung – auch bei strengstem „Gürtelengerschnallen“ - sogar in Jahrhunderten undenkbar ist. Abgesehen davon, dass wir weniger Güter zur Verfügung hätten, die dafür qualitativ viel hochstehender wären, gäbe es auch weniger Zerstörungspotential, wie technologisch hochentwickelte Waffen, Drogen, Ausschweifungen aller Art. Diese Verlagerung zu einem Mehr an Wertinhalt gegenüber einem Weniger an Menge würde sich wohl auch auf das menschliche Gefühls – und Innenleben sowie auf die Beziehungen der Menschen untereinander durchaus positiv auswirken. Nicht zu vergessen ist auch die Tatsache, dass mit dieser immensen Menge an „Geld“ auch eine beträchtliche (zumindest vorübergehende, scheinbare aber dennoch erst mal wirksame) „Macht“ verbunden ist – schon immer hat der Mensch diese beiden Faktoren als zusammengehörig betrachtet und sie für seine vergänglichen Gelüste auch missbraucht. Wenden wir uns also nicht gegen diesen unfassbaren Betrug und Missbrauch, sagen wir automatisch auch „ja“ zu derjenigen Macht, die dahinter steht – das heisst, wir haben unsere Eigenbestimmung aufgegeben!

Einschub: Viele Muslime argumentieren, wenn es um das Zisverbot geht damit, dass es unrealistisch sei, sich aus dem bestehenden System „auszuklinken“, es „geht einfach (noch) nicht“! Man stelle sich zur Veranschaulichung aber z. B. vor, Zina, „Unzucht“ wäre unmittelbarer und verpflichtender Bestandteil z. B. jeder Einstellung an einem Arbeitsplatz. Würden wir damit auch so gelassen umgehen? Und hat unser Prophet – Gottes Friede und Barmherzigkeit sei mit ihm! – nicht deutlich gesagt, dass Zins (RIBA) in jeder Form x – mal schlimmer als „Zina“, also islamisch unerlaubte sexuelle Beziehungen, sei?!

Die Verwässerung unserer Wissensquellen ist eine weitere Schwierigkeit auf unserem Weg als Muslime – jedenfalls für den wenig islamisch gebildeten Einzelnen. Einhergehend mit der Aufspaltung der Gemeinschaften in immer kleinere Einheiten sind wir zunehmend angewiesen auf „Medien“ anstelle von Menschen, die uns Wissen vermitteln. Im Fernsehen, Internet, (auch Youtube) in „Büchlein“, welche in allen Sprachen publiziert werden, wird uns u.a. „Islam“ auf verschieden geprägte Weisen nahegebracht. Auch hier ist zu beobachten, dass meist vor dem Hintergrund von vielen Worten eigentlich wenig von Substanz und von Relevanz gesagt wird. Selten jedenfalls bekommen wir jenes nützliche Wissen zu hören/lesen, das uns wirklich weiterbringen, zur Gesundung leiten könnte, verhältnismässig selten wird hier qualitativ Hochstehendes publik gemacht.

Im Laufe der muslimischen Geschichte hat sich – auch aus einer ihrer degenerativen Phasen heraus und sich als Gegenkraft dazu verstehend – eine Gruppierung gebildet, die mit allem „Übel radikal aufzuräumen“ sich zum Ziel gesetzt hat. Sie entstand im Najd, einem Teil des heutigen Saudi – Arabien und wurde von Muhammad Ibn Abd al Wahhab ins (geistige) Leben gerufen, von der „Königsfamilie Saud“ erst mal im Weltlichen etabliert. Ihre Ausläufer und Ableger sind – obwohl längst nicht mehr alle der Saudischen Regierung treu - Gruppierungen von denjenigen Muslimen, die gerne, im Zuge ihrer „Aufräumarbeit“ etwas über die Stränge schlagen und vieles, das über Jahrhunderte von einem Korpus überaus gewissenhafter, herzensweiser, allgemein anerkannter und hochgelehrter und -geehrter Islamgelehrter („Ulama“) gutgeheissen oder zumindest als islamisch akzeptabel geduldet wurde, das auch entscheidend zur Entwicklung der muslimischen Kultur und Blüte beigetragen hat, als „verwerfliche Neuerung“ („religiöse Bid’a“ ) einstufen, vieles, das dem (Gott und seinen Propheten) liebenden Herzen oder dem neugierigen, intelligenten und wachen Verstand entspringt, als „Kufr“ (Glaubensbedeckung) oder gar „Schirk“ (Beigesellung von Anbetungsobjekten neben Gott) bezeichnen. Sie nennen sich „Salafisten“, wollen sich mit dieser Bezeichnung gerne in die Nähe der frühesten Muslime stellen und möchten ihre Auffassungen mit einer besonderen- geistigen und inhaltlichen - Nähe zu „Qur’an und Sunna“ rechtfertigen. Sehr vieles, was durch die Jahrhunderte an Wissen und Weisheit im islamischen Kontext gesammelt wurde, wird von ihnen auf rigorose, von nichts als grossem Unverständnis, auch Hartherzigkeit zeugende Art und Weise „über Bord geworfen“, „aussortiert“. Im Irrglauben, mit diesen stümperhaften Vereinfachungen der „Fitna“ entgegenzuwirken, das heisst, der Verirrung in das sich immer stärker entfaltende Weltliche, Materielle, richten sie grossen Schaden an! Es darf nicht sein, dass der Verirrung in ein Zuviel an Weltlichem durch eine Beschneidung im Geistigen sowie an Herzensweisheit begegnet wird – Gott behüte uns davor!

Nun liegt es an uns Einzelnen, (uns) zu entscheiden und zu entschliessen. Es liegt vor allem anderen an uns, uns sehr genau zu informieren, darauf achtzugeben, was wir „sammeln“, uns einverleiben sowie nach aussen tragen! Wollen wir unsere Religion als diejenige Alternative anbieten und wiederherstellen, die sie sein kann, als die Zuflucht vor allem Schädlichen, die sie eigentlich wäre, als den gesunden Boden, auf dem sich ein Mensch bestens entfalten kann, kommen wir nicht darum herum, uns auch als einzelne Muslime um genügend umfassendes und authentisches islamisches Wissen zu bemühen - dieses bleibt keinem Muslim heutzutage erspart! Diejenigen von uns, welche eher auf der „sozialen“, „grosszügigen Seite“ sind, müssen unbedingt besorgt darum sein, dass sie ihren Ruf der Undifferenziertheit und Unwissenschaftlichkeit zu widerlegen vermögen. Den eher Politischen, den „Salafisten“ wäre ein Stück an menschlicher Nachreifung auf der Basis der entsprechenden Wissensquellen dringend nahezulegen!

Unsere Absicht ist hier nicht, die Gemeinschaft der Gläubigen noch mehr zu entzweien, im Gegenteil wir möchten den Din al Islam wieder zu dem zu machen, was er sein soll, nämlich ein Gebäude, welches Raum und Weite für alle bietet, das jeden Gottgläubigen, Aufrichtigen willkommen heisst! Dies aber bedeutet anspruchsvollste „Restaurationsarbeit“, welche unseren höchsten Einsatz, unsere höchste Aufmerksamkeit erfordert. Die uns Mut und Entschlossenheit ebenso wie sorgsames Abwägen, Sensibilität, Reflexion wissenschaftliche Exaktheit und Hingabe an/Vertrauen auf Gott, Allah taala abverlangt.

Möge ER uns dabei helfen!


*bei Bedarf richtig stellen!

**gemäss Definition M. Hanel

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Gott sei Dank werden mittlerweile Stimmen laut, die dieses Problem in aller Klarheit beim Namen nennen, so kürzlich in Zürich, wo von einem renommierten Islamgelehrten gesagt wurde, dass eine der fünf Säulen des Islam eigentlich „gefallen“ sei, nämlich die der Zakat. Die Zakat ist die Pflichtabgabe auf Vermögen, die in Naturalien bezw. in vorhandenen (nicht erst versprochenen, noch inexistenten!) Waren – das heisst im Falle von „Reinvermögen“ dem (nächstliegenden) Gold oder Silber – bezahlt werden muss und nicht in Form dieser von allem Ursprung an mit Zins behafteten Liefer- und Leistungsversprechen**

Ja, korrekt ... doch folgenden Zusatz möchte ich nicht vorenthalten:
Natürlich KANN/DARF Zakat nicht von Versprechungen (also unserem Papiergeld) entrichtet werden, sondern von "präsentem REALVERMÖGEN", die "über" die "Vermittlung" des Papiergelds geschaffen, produziert wurden.

Sollte neben dem Papiergeld auch Gold und Silber als Zahlungsmittel verwendet werden, dann wird nat. von Gold und Silber Zakat erhoben,

Und ... (Papier)-Geld ist nicht von allem Ursprung an (also quasi "natürlicherweise") von ZINS behaftet!
Der Zins ist nichts anderes als ein absichtlich und letztlich willkürlich eingeführtes Machtmittel, welches von den "Geldmonopolisten" (realen Herrschern) eingesetzt wurde/wird,um Kontrolle über sämtliche Ressourcen und Transaktionen zu erlangen! Alle sogenannten "Zinstheorien" sind nichts anderes, als mehr oder weniger plausibel gemachte Märchen, welche ihre Plausibilität auf der, allen Menschen inneliegenden Egozentriertheit beziehen. DESHALB ist ein ZINSVERBOT von der absoltuen (von manchen ebenfalls als willkürliche Instanz bezeichneten) Macht = GOTT das einzig adäqate Gegenmittel (GEBOT), um dieses letztlich MENSCHHEITSzerstörende Mittel unschädlich zu machen ... doch ... wer mag dies nachvollziehen Question Idea !
wal ASR ...

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht -> ARTIKEL & AUFSÄTZE Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB2.de


Impressum