Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei
Öffentliche muslimische Meinungsbildung zu Islam relevanten Themen in der Schweiz
 
 StartseiteStartseite   FAQFAQ   ShopsShops   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Private NachrichtenPrivate Nachrichten   LoginLogin 

INTERVIEWS - GSIW - VIOZ - KIOS - BMK ...
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht -> INTERVIEWS
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:33    Titel:

INTERVIEW zur ORGANSPENDE im ISLAM
von Larissa JÄGER, geführt mit Frau MOHAMED für VIOZ, schriftliche Mitarbeit M.M.Hanel.



www.gsiw.ch/Matura_Organspende.pdf


Larissa Jäger hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr Hanel


Wie versprochen schicke ich Ihnen hiermit den Teil meiner Maturarbeit über den Islam und Ausschnitte aus dem Interview mit Frau Mohamed.
Es freut mich, dass Sie meine Arbeit online veröffentlichen wollen.


Mit freundlichen Grüssen


Larissa Jäger

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:34    Titel:

Interview für Vertiefungsarbeit
für VIOZ gegeben

Sehr geehrte Damen und Herren
Assalam o Alaikum

Wie vorhin telefonisch besprochen, reiche ich Ihnen einige Schriftliche Fragen:
Ich besuche derzeit eine Schule in Stadt Zürich als Allgemeinbildung. Für Abschlussarbeiten muss ich eine Vertiefungsarbeit schreiben. Mein Thema lautet "Islam in der Schweiz".

Daher möchte ich ein paar Fragen über Islam/Konvertierten/ Immigranten, stellen.
Es wäre sehr nett von Ihnen wenn ich darf von Ihnen die Informationen habe. (nach Ihre schätzung)

1. Wie viele Schweizer/ Personen sind in letzte Zeit, im 2 Jahren zum Islam Konvertiert.
Darüber liegen uns keinerlei statistische Erhebungen oder nennenswerte Meldungen vor.

2. Warum immigrieren Muslime in die CH.
Für diese Frage sollten Sie die Einwanderungsbehörde kontaktieren, welche die von Migranten genannten Gründe dokumentieren. Aber ganz allgemein gesagt, sind es wohl politische, persönliche und/oder wirtschaftliche Gründe.

3. Volk entscheid, das Minarettverbot, welche Schwierigkeiten macht Ihnen- war das Politisch oder Religiösich.
Da dieser Entscheid zum grösseren Teil ein politischer Entscheid war, sind auch die dadurch verursachten Schwierigkeiten vor allem im sozialpolitischen Bereich zu bemerken.

4. Wo entstehen Probleme und Missverständnisse im Alltag.
Im Berufs- und Schulleben und teilweise auch im Alltag.

5. Was tun Muslime um diese Probleme in CH zu lösen.
Sie informieren über ihre Religion und die daraus entstehenden Verpflichtungen für Gläubige und stehen in Verbindung mit Behörden und muslimischen Vereinigungen, um Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen und pragmatische Lösungen zu finden, die im Rahmen der Möglichkeiten für alle Beteiligten gutzuheissen sind.

Was tun Schweizer dafür/dagegen.
Entweder unterstützen sie die Bemühungen, die im ersten Teil der Beantwortung der 5ten Frage genannt wurden – oder sie arbeiten eben ignorant dagegen.

Ich danke für Ihre Antwort und für Ihre Bemühungen im Voraus! JAZAK'ALLAH

Freundliche Grüsse
Wasslam
Abdul S.


Wa alaikum Salam wa Rahmatullah wa Barakatuh

Mit besten Grüßen und Wünschen

Muhammad Hanel
für das VIOZ online-Sekretariat

Abdul.S. hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr Muhammad Hanel
Assalam o Alaikum

Vielen Dank für Ihre Bemühungen, sehr nett von Ihnen dass Sie für meine Fragen Beantwortet haben. werde dies sehr gerne nützen in meiner Vertiefungsarbeit.

Freundlichen Grüsse
Abdul S.

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:34    Titel:

Interview für DIPLOMARBEIT zu "Islamic Banking"
für VIOZ gegeben


Sehr geehrte Damen und Herren

Ich bin daran, eine Diplomarbeit zu schreiben über das Thema “Islamic Banking in der Schweiz“.

Ich bin der Meinung, dass diese Art des Bankwesens in der Schweiz wahrscheinlich stark zunehmen wird, und dass unsere Banken sich diesem Trend anschliessen sollten. Um meine Überlegungen zu untermauern, müsste ich aber über entsprechende Daten und Informationen verfügen. Meine Gedankenlinie ist, dass die jüngere islamische Bevölkerung in der Schweiz im Verlaufe der Zeit eine immer bessere schulische Ausbildung erzielt und dadurch bessere professionelle Aussichten und eine bessere Einkommenssituation haben wird. Damit stellt sich dann die Frage, wie das zunehmende Vermögen angelegt werden soll.

Meine Bitte um Information bezieht sich darum nur auf die Frage, welche Faktoren die Entwicklung des Islamic Banking in der Schweiz negativ oder positiv beeinflussen können:

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrte Frau S.

Ihre Anfrage erlaube ich mir wie folgt zu beantworten.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Diplomarbeit und hoffen, Sie mit unserem Beitrag ein wenig unterstützt zu haben.
Mit besten Wünschen
Muhammad Hanel
für das VIOZ online-Sekretariat




1. Hat die Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich eine spezifische Meinung oder Stellungnahme zum Thema Islamic Banking in der Schweiz?

Zitat:
Innerhalb der VIOZ gibt es unterschiedliche Ansichten in Bezug auf Islamic Banking. Eine einheitliche Position zu formulieren ist bislang nicht vorgesehen.

Diese Positionen reichen von:

“Solange es keinen eigenständigen islamischen Wirtschaftskreislauf gibt, innerhalb dessen auch die GELDSCHÖPFUNG autark geregelt wird, kann von echtem Islamic Banking nicht die Rede sein” – über

“Islamic Banking ist eine neue Strategie, um vor allem Muslime im Westen an das globale Kapitalismusnetz anzuschließen” bis

“Islamic Banking ist ein hervorragendes Instrument, um islamische Werte auch global auf dem Gebiet der “politisch neutralen” Wirtschaft umzusetzen”...


2. Sieht die Vereinigung der Islamischen Organisationen Zürich in den Umstrukturierungen im Arabischen Raum (Ägypten, Libyen...) einen möglichen Einfluss auf die gelebten Werte der Islamischen Bevölkerung in der Schweiz, und welche?

Zitat:
Selbstverständlich bleiben politische Entwicklungen im Ausland nicht gänzlich ohne Auswirkungen auf die Muslime im Inland, vor allem dann, wenn die persönlichen familiären und/oder politischen Bande zum Herkunftsland noch stark ausgeprägt sind.
Welchen Einfluss das haben kann, hängt eben von der persönlichen Position des Einzelnen ab und/oder welcher politischen Richtung sich diese Person verpflichtet und verbunden fühlt.


3. Wie stark sehen Sie den Einfluss der Islamischen Eltern und der islamischen Gesellschaft auf ihre Kinder in Bezug auf die traditionellen Lebenswerte des Islams und auf der anderen Seite den Einfluss des eher weltlichen Umfelds auf ihre Kinder in der Schweiz? Gibt es hier Erhebungen, einen Trend?

Zitat:
Auch hier muss die Antwort auf die individuelle Position der jeweiligen Eltern ausgerichtet sein. Erhebungen gibt es keine eigenen und der Trend weist auch hier auf ein Auseinanderdriften und die Betonung divergierender Standpunkte. Nämlich vergrößert sich die Kluft zwischen: “sich auf religiöse Identitäten rückzubesinnen” und die “Religiösität zugunsten einer stärker werdenden Säkularisierung aufzugeben”.


4. In Bezug auf die Religionen wird oft unterschieden “Zugehörigkeit“, also offiziell der Religion angehörend aber nicht unbedingt die Religion aktiv zu leben und auf der anderen Seite “Praktizierend“, das heisst, dass die Religion im Alltag stark verankert ist oder zumindest eine gewisse Rolle spielt. Existieren irgendwelche Erhebungen in diese Richtung, vielleicht auch nur für eine Stadt oder Region? Wenn nicht, wie ist Ihre objektive Einschätzung?

Zitat:
Nein, uns sind keine offizielle Erhebungen bekannt. Ganz allgemein könnte geschätzt werden, dass sich ca. 15% der Muslime als “eher mehr als weniger praktizierend” positionieren könnten.


5. Ein besseres Einkommen ist vor allem abhängig von der schulischen und professionellen Ausbildung. Gibt es dazu Erhebungen? Zum Beispiel % der Islamischen (jungen) Bevölkerung mit Universitätsabschluss (oder auch Maturitätsabschluss). Entwicklung über die letzten 10 Jahre?

Zitat:
Auch hierzu sind uns keine Erhebungen bekannt. Allgemein kann gesagt werden, dass der Anteil der muslimischen Jugendlichen stetig am Steigen ist und in etwa gleich ist dem Bevölkerungsdurchschnitt, wenn nicht langsam sogar etwas darüber liegt oder zumindest tendenziell dorthin zielt.


6. Existieren Erhebungen oder Schätzungen über den Umfang und die Entwicklung der Investitionen in Sharia-konforme Finanzprodukte in der Schweiz und/oder die Anzahl der entsprechenden Anleger?

Zitat:
Für die Beantwortung dieser Frage wenden Sie sich bitte an die Bankinstitute.


7. Können Sie sich vorstellen, dass vermehrt auch ausländische Investoren aus dem Islamischen Raum auf Schweizer Banken in Sharia-konforme Finanzprodukte investieren möchten, und warum?

Zitat:
Das ist durchaus vorstellbar. Die Gründe sind bestimmt mannigfaltig. Der Hauptgrund mag darin liegen, dass die Schweizer Banken – auch wenn diese momentan gewissen Turbulenzen ausgeliefert werden – als sicherer und stabiler angesehen werden, als jene in Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit.


Es ist mir bewusst, dass meine Fragestellung nicht unbedingt zu Ihrem Kernbereich zählt. Ich wäre Ihnen aber sehr dankbar für jede Information oder Meinung. Vielleicht können Sie mir ja auch andere Organisationen empfehlen oder Links aufzeigen, um meinen Wissenstand über dieses Thema zu erweitern.

Zitat:
Für die Frage Nr. 5 wenden Sie sich bitte an den “ www.freitagsclub.ch


Ich möchte Ihnen vielmals für Ihre Bemühungen danken.
Freundliche Grüsse
T. S.

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:35    Titel:

INTERVIEW zur MASTERARBEIT

ISLAM - Anerkennung als Staatskirche


From: Ö. G.
Sent: Monday, January 30, 2012 10:34 PM
To: info@vioz.ch
Subject: Frage für meine Masterarbeit

Guten Abend

Ich wollte wissen, ob ich Ihnen eine Frage stellen könnte bezüglich der Anerkennung der islamischen Glaubensgemeinschaft als Staatskirche.

Kurz zu meiner Person. Ich bin Jus-Studentin an der Universität Bern. Zur Zeit schreibe ich an meiner Masterarbeit zum Thema: Die Schweiz und der Minderheitenschutz: Die Perspektive der islamischen Gesellschaft.

Ich bin momentan an den Punkt angelangt, wo ich die Anerkennung der muslimischen Glaubensgemeinschaft zur Staatskirche beschreibe. Seit März 2011 beobachte ich die Entwicklungen in diesem Thema. Ich fand aber keine aktuellen Informationen zu der Gründung der Glaubensgemeinschaft „UMMA Schweiz“, so wollte ich Sie fragen, ob Sie mir kurz erläutern könnten, wie weit es mit der Vereinigung der in der Schweiz lebenden Muslime voran- und weitergeht?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie die Zeit dazu hätten mir so bald wie möglich eine Nachricht zu kommen zu lassen.

Schon zum Voraus bedanke ich mich für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüssen

Ö. G.

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrte Frau G

Tatsächlich gibt es zurzeit auch keine aktuellen Informationen zu diesem Thema.
Natürlich ist die offizielle Anerkennung ein Thema, welches aber ganz grundsätzlich zuerst auf kantonalen Ebenen vorbereitet werden muss.
Da ich selbst langjähriger Funktionär der IGGiÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) war, ist mir dieser Arbeitsbereich sehr vertraut.

Bis es also in diesem Bereich zu erwähnenswerten Fortschritten kommt, muss offenbar noch viel Aufbauarbeit geleistet werden.
Einige Informationen darüber finden Sie im GSIW Forum:
http://www.iphpbb.com/board/ftopic-43715060nx17898-214-30.html#1237

Mit besten Grüßen
Muhammad Hanel
für das VIOZ online-Sekretariat

Zu erwähnen wäre noch - "StaatsKIRCHE und ISLAM" geht nicht wirklich zusammen! Angebrachter wäre: "Religionsgesellschaft" ... zumindest nach österreichischem Verständnis ... also ausländisch Wink
_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:36    Titel:

INTERVIEW für VIOZ über livenet

Guten Tag Herr Hanel

Die Moscheebaupläne des IZRS in Bern waren für mich Anlass, wieder einmal nachzusehen, wer die KIOS von Herrn Afshar bildet.

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Guten Abend Herr Schmid

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Anfrage, die ich mir unten in Ihrem Text gleich zu beantworten erlaube.


Eine Website der KIOS finde ich nicht gleich. Gibt es sie?
M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Es gibt keine Website von KIOS.


Auf http://www.bmk-online.ch/kios.html ist die VIOZ als Mitglied der KIOS aufgeführt.
M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Folgende kantonale Dachverbände unterstützen die KIOS: VIOZ, BMK und der Berner Dachverband UMMAH.


Ist die VIOZ noch Mitglied der KIOS? Wenn nicht, wann haben Sie sich zurückgezogen? Auf Ihrer eigenen, sehr übersichtlichen Homepage listen Sie die KIOS unter http://vioz.ch/4748.html nicht auf.

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Interne, innermuslimische Kooperationen sind auf der HP nicht angeführt.


Eine andere Frage: Sie gehören offenbar auch nicht der FIDS von Hisham Maizar an. Wie stehen Sie zu seinen Plänen, einen nationalen Dachverband „Umma Schweiz“ zu gründen?

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
"UMMA Schweiz" ist ein gemeinsames Projekt von KIOS und FIDS. VIOZ unterstützt auch dieses Projekt.

Er sagte, bis Anfang 2012 sollten alle Muslime des Landes die Vertreter in eine Versammlung wählen. Haben Sie zu diesen Plänen Stellung genommen?

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Es ist aus unserer Sicht noch zu früh, um zu diesen Plänen offiziell Stellung zu nehmen.

Mit freundlichem Gruss
Muhammad Hanel
für das VIOZ online-Sekretariat am 19.1.2012


Peter Schmid
Redaktor livenet.ch
NB

Bitte grüssen Sie Herrn Hatipoglu von mir. Ich habe ihn an einer Veranstaltung der Evangelischen Allianz in Aarau getroffen und mit ihm gesprochen.

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Gerne leite ich Ihre freundlichen Grüße an Herrn Hatipoglu weiter.

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:37    Titel:

WARUM BIN ICH ALS MUSLIM GEBOREN?

Weil ich – wie jeder Mensch – als Muslim geboren wurde und mit dem Erwachen meiner intellektuellen Fähigkeiten, dem Gebrauch von vernünftiger Logik und auf der Suche nach wahren Antworten nach dem Sinn und Wesen unseres Daseins zur Überzeugung gelangte, dass der Islam die richtige Religion ist (die richtige Rückbindung meines relativen Seins an das absolute Sein). Sie befriedigt die Bedürfnisse meiner Seele, meines Gemüts und meines Verstandes und bringt – als Rechtleitung für die Geschöpfe Gottes – die vom Schöpfer in uns gelegten Fähigkeiten und Anlagen zur Entfaltung und Vervollkommnung - lässt mich meine Geschöpflichkeit in richtigem Verhältnis begreifen und erweckt die Tugenden der Dankbarkeit und Demut - nebst all jenen Eigenschaften, welche in reinster und vollkommenen Form nur dem Schöpfer alleine zukommen.
_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:37    Titel:

VERTIEFUNGSARBEIT RINGPARABEL
Interview für VIOZ gegeben (M. HANEL)

Hier der LINK zur kompletten, sehr gelungenen MATURAARBEIT:
www.gsiw.ch/Ringparabel.pdf

Ich schreibe eine Vertiefungsarbeit zum Thema "Die Ringparabel".
Ich möchte untersuchen, wie der Grundgedanke von Lessing, alle Menschen gleich zu behandeln und als gleichwertig anzusehen, in der heutigen Zeit, rund 230 Jahre nach Veröffentlichung seines Buches, gelebt wird. Ich brauche dazu die Meinungen und Einschätzungen von Angehörigen der drei bei Lessing zitierten Weltreligionen. Ich bitte Sie um Ihre Mithilfe. Gerne bin ich bereit, Ihnen meine Arbeit nach Abschluss zuzustellen. Ich bitte um eine baldige Antwort.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Hilfe!

Freundliche Grüsse

Yvonne B.


1. Können Sie in kurzen Worten die Kernaussage ihrer Religion zusammenfassen?

Der Auftrag an die Gläubigen, als solcher mögen folgende Worte verstanden werden, ist: "Bezeuge, dass es keinen Gott, keinen Schöpfer gibt als den Einen, Einzigen Gott, indem du in deiner bewusst erkannten Rolle als Sein Geschöpf - Seinem Gesetz, Seinem Gebot in Ergebenheit folgst – Barmherzigkeit und Gerechtigkeit übst im Reiche Seiner Schöpfung, welches Er dir zur getreuen Sachwaltung überließ, um den Weg zur Erfüllung, den Weg zu alle und alles Wesen umfassendem Frieden zu öffnen; und bezeuge in Wahrhaftigkeit, dass alle Gesandten, die im Auftrag dieses Ein und Einzigen, Unvergleichlichen Gottes in die Welt entsandt wurden und welche mit dem Erscheinen Muhammads, dem Siegel der Gesandten ihren krönenden Abschluss fanden, als schönste menschliche Beispiele für die Übermittlung von Gottes Rechtleitung auftraten, durch getreue Befolgung ihres vorbildhaften Betragens auf Erden.


2. Gibt es in Ihrer Religion (ihrem Glauben) einen Auftrag zur Mission?
Es gibt in unserer Religion den Auftrag, die Rechtleitung Gottes, Seine Botschaft bekannt zu machen, den Geist der Menschen in freies, bewusst erkennendes Vermögen aufbrechen zu lassen, sich dem, in alle Schöpfung eingeschrieben Gesetz und somit der Allmacht des Schöpfers aus wahrhaftiger Einsicht zu ergeben und sich Seiner Rechtleitung anzuvertrauen. Keine Erlaubnis gibt es in unserer Religion, einen Menschen unter Zwang, Gewalt, trickreiche Strategie oder irgendwelche Täuschung zum Eintritt in unsere Religion zu bewegen.


3. Was passiert in Ihrer Religion mit Menschen, die einer anderen Religion angehören?
Sie werden als Gottes Geschöpfe anerkannt, als mögliche Quelle neuer Erkenntnis erkannt und in gegenseitigem Respekt mögen wir jeder unsere eigene Religion leben … der Qur'an sagt dazu in knappen Worten in etwa: "Euch Euer Glaube, uns unser Glaube … und kein Zwang sei zum Glauben … und der Allmächtig, unser aller Schöpfer wird am Tage des Gerichts verkünden, worüber die Uneinigkeit bestand".

Und der Auftrag an die Muslime lautet, mit den Angehörigen anderer Religionen um das Gute zu wetteifern.


4. Wie begegnet Ihre Glaubensgemeinschaft der Tatsache, dass immer mehr Jugendliche in der Schweiz die Kirche/Synagoge/Moschee nicht mehr besuchen und sich der Religion als nicht mehr zugehörig zählen?
Mit Bedauern, mit Bestürzung, mit der Suche nach den Ursachen und mit Bemühungen, der Religion wieder jene Vitalität zu verleihen, die es braucht, um den Menschen – ihr Alter dabei nicht berücksichtigend – Freude, Zufriedenheit und Erfüllung im diesseitigen Leben und Zuversicht in Hinblick auf das jenseitige Leben zu geben.


Ich bitte Sie, für die Beantwortung der folgenden Fragen die Ringparabel im Anhang zu lesen. Lessing schrieb diesen, zu seiner Zeit sehr revolutionären Text vor 230 Jahren, weil sich zu dieser Zeit die Religionen im damaligen Deutschland sammelten, eine Durchmischung fand allerdings noch kaum statt.


5. Denken Sie, dass sich diese Situation heutzutage verändert hat?
Nein, ich glaube nicht, dass sich die Situation im Wesentlichen geändert hat.


6. Inwiefern hat sich die Situation verändert/nicht verändert?
Weil das Gros der Religionsanhänger sich immer noch wie die drei Brüder benehmen – und sich selbst in egozentrischem Dünkel über ihre Brüder stellen, ohne das dem Ringträger auferlegte Legat wahrhaftig auszuüben.


7. Sehen Sie diesen Zustand/diese Entwicklung als positiv oder negativ und weshalb?
Diese Entwicklung weist die Zeichen allgemeiner, selbstzerstörerischer Dekadenz und umfassenden Niedergangs auf und kann daher nicht als positiv angesehen werden. Diese Entwicklung war von den Propheten vorhergesehen worden und wird, so Gott will, durch das reformierende Wiedererscheinen des Christus und das Auftreten des Al-Mahdi beendet werden.


8. Wie begegnet Ihre Religion dieser Situation?
Durch den religiösen Auftrag an jedes Individuum, in gottesfürchtiger Eigenverantwortung sich der Schicksalswende zum Guten selbst anzunehmen und sich in der Bemühung anzustrengen, das Kommen des Jüngsten Tages anständig und würdig vorzubereiten.


9. Was ist Ihre persönliche Meinung zur Ringparabel und deren Gedankengut?
Die Parabel nimmt zu Recht zentralen Platz in moderner interreligiöser Begegnung ein und kann in ihrer Aussage als islamische oder wenigstens islamisch inspirierte Aussage erachtet werden – (siehe auch Frage 3, in welcher Gott, der Herr am Tag des Jüngsten Gerichts, der "Richter", die "Menschen-Brüder" aus allen unterschiedlichen Religionen darüber aufklären wird, worüber sie uneins und falscher Ansicht waren.)


10. Ist Ihrer Meinung nach in der Ringparabel ein Kern Wahrheit enthalten Wenn ja, können Sie ihn mir beschreiben wenn nein, weshalb nicht?
Natürlich. Diese Parabel ist eine meisterhafte, wenn auch wenig schmeichelhafte Beschreibung des Verhältnisses der Mitglieder der Religionsgesellschaften zueinander, der Beziehung des Vaters (als Symbol der Propheten – oder enger gezeichnet, sogar des Propheten Abrahams, welcher als "Stammvater" von Moses, Jesus und Muhammad, drei gesetzgeben­den Propheten, bezeichnet werden kann) und des Richters, diesmal als Symbol rationaler und empirischer Beobachtung gesellschaftlichen Betragens, welcher die end­gül­tige moralische Entscheidung darüber an die weisere, höhere Instanz, welche über die Zeit erhaben ist, delegiert. Auch in obigen Antworten wurde, wenn auch nur kurz, auf die dieser Parabel innewohnenden Wahrheit hingewiesen.


11. Können Sie sich vorstellen, dass verschiedene Religionsgruppen untereinander leben, ohne dass die Glaubenszugehörigkeit zu einem Thema wird, die mit Wertungen verbunden ist?
Nein, das kann ich mir unter gegebenen Umständen kaum vorstellen, da die Menschen ganz allgemein sich darin gefallen, über andere zu urteilen und es geradezu die Aufgabe ALLER Propheten war, gegen diese Untugend (ein Stichwort: "Splitter im Auge des Bruders …") zu predigen und anzutreten. Abschließend soll an dieser Stelle allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass jene Menschen, die sich KEINER Religion zugehörig fühlen, und sich der Gemeinschaft der "Vernünftigen" zuordnen, genau die gleiche Untugend gegenüber anderen Menschen pflegen.


RINGPARAGBEL

Die Ringparabel
Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,
Der einen Ring von unschätzbarem Wert
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
Opal, der hundert schöne Farben spielte,
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott
Und Menschen angenehm zu machen, wer
In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,
Daß ihn der Mann in Osten darum nie
Vom Finger ließ; und die Verfügung traf,
Auf ewig ihn bei seinem Hause zu
Erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring
Von seinen Söhnen dem geliebtesten;
Und setzte fest, daß dieser wiederum
Den Ring von seinen Söhnen dem vermache,
Der ihm der liebste sei; und stets der liebste,
Ohn' Ansehn der Geburt, in Kraft allein
Des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde.
So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,
Auf einen Vater endlich von drei Söhnen;
Die alle drei ihm gleich gehorsam waren,
Die alle drei er folglich gleich zu lieben
Sich nicht entbrechen konnte. Nur von Zeit
Zu Zeit schien ihm bald der, bald dieser, bald
Der dritte, – sowie jeder sich mit ihm
Allein befand, und sein ergießend Herz
Die andern zwei nicht teilten, – würdiger
Des Ringes; den er denn auch einem jeden
Die fromme Schwachheit hatte, zu versprechen.
Das ging nun so, solang es ging. – Allein
Es kam zum Sterben, und der gute Vater
Kömmt in Verlegenheit. Es schmerzt ihn, zwei
Von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort
Verlassen, so zu kränken. – Was zu tun? –
Er sendet in geheim zu einem Künstler,
Bei dem er, nach dem Muster seines Ringes,
Zwei andere bestellt, und weder Kosten
Noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,
Vollkommen gleich zu machen. Das gelingt
Dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt,
Kann selbst der Vater seinen Musterring
Nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft
Er seine Söhne, jeden insbesondre;
Gibt jedem insbesondre seinen Segen, –
Und seinen Ring, – und stirbt.
Kaum war der Vater tot, so kömmt ein jeder
Mit seinem Ring, und jeder will der Fürst
Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,
Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht
Erweislich;
Der Richter sprach: Wenn ihr mir nun den Vater
Nicht bald zur Stelle schafft, so weis ich euch
Von meinem Stuhle. Denkt ihr, daß ich Rätsel
Zu lösen da bin? Oder harret ihr,
Bis daß der rechte Ring den Mund eröffne? –
Doch halt! Ich höre ja, der rechte Ring
Besitzt die Wunderkraft beliebt zu machen;
Vor Gott und Menschen angenehm. Das muß
Entscheiden! Denn die falschen Ringe werden
Doch das nicht können! – Nun; wen lieben zwei
Von Euch am meisten? – Macht, sagt an! Ihr schweigt?
Die Ringe wirken nur zurück? und nicht
Nach außen? Jeder liebt sich selber nur
Am meisten? – Oh, so seid ihr alle drei
Betrogene Betrüger! Eure Ringe
Sind alle drei nicht echt. Der echte Ring
Vermutlich ging verloren. Den Verlust
Zu bergen, zu ersetzen, ließ der Vater
Die drei für einen machen.
Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
Nicht meinen Rat, statt meines Spruches, wollt:
Geht nur! – Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater:
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. – Möglich; daß der Vater nun
Die Tyrannei des einen Rings nicht länger
In seinem Hause dulden willen! – Und gewiß;
Daß er euch alle drei geliebt, und gleich
Geliebt: indem er zwei nicht drücken mögen,
Um einen zu begünstigen. – Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich; und sprechen. Geht! – So sagte der
Bescheidne Richter.


Die ANTWORTEN aus der SICHT von Schwester S.A.M.

1. Können Sie in kurzen Worte die Kernaussage ihrer Religion zusammenfassen?
Der Glaube an den Einen Gott , der Schöpfer ALLER Dinge ist – und die Anleitung (Rechtleitung) um innerhalb dieser Schöpfung unserem eigentlichen und essentiellen Ziel am nächsten zu kommen. Ausserdem der Glaube an Seine Engel, Seine Gesandten, seine Offenbarungen, das Schicksal und die Wiederauferstehung/das jüngste Gericht.

2. Gibt es in Ihrer Religion(ihrem Glauben) einen Auftrag zur Mission?
Es gibt den Auftrag zur Bekanntmachung (dem „Aufruf“) – dieser sollte aber nicht alleine den einzelnen Menschen und seine innere Überzeugung ins Visier nehmen, vor allem nicht in aufdringlicher Weise, da im Islam die feste Auffassung verankert ist, dass jeder Mensch seinen eigenen ganz persönlichen inneren Weg und sein Schicksal hat. Die „Mission“ des Islam besteht auf jeden Fall auch darin, im ÄUSSEREN ideale Verhältnisse zu schaffen, damit Menschen jeden Glaubens sich darin entfalten können.

3. Was passiert in Ihrer Religion mit Menschen, die einer anderen Religion angehören?
Diese haben ihren Platz in jeder muslimischen Gesellschaft, dürfen ihre Religion ausüben, sind vom Militärdienst befreit, zahlen dafür eine bestimmte Steuer. (Sie sind sogar frei, zu essen/trinken, d.h. auch zu züchten, zu brauen was sie wollen, solange dies innerhalb ihrer eigenen Grenzen passiert…)

4. Wie begegnet Ihre Glaubensgemeinschaft der Tatsache, dass immer mehr Jugendliche in der Schweiz die Kirche/Synagoge/Moschee nicht mehr besuchen und sich der Religion als nicht mehr zugehörig zählen?
Es macht uns sehr traurig und wir sind dem gegenüber oft auch hilflos. Man spricht mit den Jungen, versucht, sie in die familiären (religiösen) Aktivitäten mit einzubeziehen, denkt an den Ausbau islamischer Begegnungsstätten für Jugendliche, arrangiert Treffen/Lager/Pfadi für die Jungen. Man sensibilisiert sie auch für die Tatsache, dass die Welt am Fehlen der eigentlichen islamischen Ordnung krankt – auf jeden Fall die muslimische – und dass man sich also – an erster Stelle im kleinen Rahmen und im Bereich des seelisch – geistigen, aber durchaus auch z. B. im wirtschaftlichen Bereich für die Wiederherstellung dieser islamischen Voraussetzungen mit aller Kraft einsetzen muss.


Ich bitte Sie, für die Beantwortung der folgenden Fragen die Ringparabel im Anhang zu lesen. Lessing schrieb diesen, zu seiner Zeit sehr revolutionären Text vor 230 Jahren, weil sich zu dieser Zeit die Religionen im damaligen Deutschland sammelten, eine Durchmischung fand allerdings noch kaum statt.

5. Denken Sie, dass sich diese Situation heutzutage verändert hat?
Wahrscheinlich im Verhältnis zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften schon etwas. Besonders die christlichen Kirchen haben ihre - traditionell stark ablehnende - Haltung gegenüber den anderen Religionen modifiziert. Die Situation der Juden hat sich innerhalb der „christlichen“ Gesellschaft stark verbessert, während sie sich innerhalb der muslimischen - wie die ALLER Bürger dort - eher verschlechtert hat, war doch die muslimische Gesellschaft solange sie noch im Besitz ihre Souveränität war, immer tolerant gegenüber Andersgläubigen. Praktizierende Christen sind heutzutage – vielleicht auch aufgrund ihrer stark geschwächten Stellung im modernen Staat - in der Regel auch den Muslimen gegenüber offen und tolerant - bis auf die "Evangelikalen" oder ähnlich "fundamentalistisch" orientierten. Allerdings ist eine Verunglimpfung der Muslime und der Missbrauch des "Islam" als soziopolitischen "Sündenbock" zu beobachten, der diesmal eher nicht von christlichen Glaubensgemeinschaften ausgeht, jedoch Teil der Politik praktisch aller westlicher Länder geworden ist. Das Verhältnis zwischen Juden und Muslimen hat durch den zionistischen Staat Israel - ein Konstrukt nicht orthodoxer, weltlich orientierter Juden und Nichtjuden - einen absoluten Tiefpunkt in seiner Geschichte erreicht.

6. Inwiefern hat sich die Situation verändert/nicht verändert?
Siehe oben.

7. Sehen Sie diesen Zustand/diese Entwicklung als positiv oder negativ und weshalb?
Auf den ersten Blick gewiss als negativ. Es hat sich an den Feindseligkeiten nichts geändert ausser dass sie unter anderen Vorzeichen stattfinden und der Menschlichkeit und Barmherzigkeit zwischen den Menschen immer mehr entbehren. Ein parallel dazu auf intellektueller, verbaler Ebene stattfindender Dialog (der wohl einiges an Öffnung beinhaltet - was jedoch auch in vergangenen Jahrhunderten zumindest zwischen den Gebildeteten und Gelehrten aller Religionen zustande kam!) kann über diese Fakten nicht hinwegtäuschen. Man kann jedoch hoffen, dass durch die grossen Wirren, die die Welt heute durchmacht, letztendlich so etwas wie eine Katharsis stattfindet, welche die Dinge sich ganz universell und klarer denn je zuvor wieder an ihren richtigen Platz rücken lässt. Gewiss wird dies aber nicht von heute auf morgen und nicht ohne noch gravierendere, furchterregendere Umwälzungen und Einschnitte in die Menschlichkeit auf der ganzen Welt passieren.

8. Wie begegnet Ihre Religion dieser Situation?
Meine Religion hätte in sich die Lösungen/Antworten auf unsere Situation klar enthalten. Ihre Vertreter, die Muslime allerdings begegnen der Situation mit fast nichts anderem als mit Hilflosigkeit und Inkompetenz.

9. Was ist Ihre persönliche Meinung zur Ringparabel und deren Gedankengut?
Die Ringparabel enthält Elemente, die sehr wohl Gedankengut aus dem Islam - welches ich natürlich persönlich verinnerlicht habe - bestätigt. Nämlich die Vorstellung, dass die Verschiedenheit der Religionen dazu dienen soll, dass sich ihre Vertreter in Aufrichtigkeit und liebender Hingabe an Gott zu übertreffen suchen. Es ist der Wille Gottes, dass die Menschen nicht "eine einheitliche Gemeinschaft" sind. Allerdings ist die Idee, dass ein "Vater" (unser Schöpfer, Gott?) aus "frommer Schwachheit" heraus drei gleiche „Ringe“ (Botschaften) anstelle von einem/r auf seine drei Söhne aufteilt, aus meiner Sicht und von meinem religiösen Verständnis her keinesfalls nachvollziehbar. Gott ist aus meiner sowie aus der Perspektive jedes Muslims EINER, der für alle Menschen EINEN klaren, geraden Weg, und EINE optimale Handlungsweise und in ihren Grundzügen gleiche Art der Annäherung an IHN gegeben hat - natürlich nicht ohne die ganze Vielfalt Seiner Schöpfung zu berücksichtigen. Jedoch ist es undenkbar, dass verschiedenen Wege nebeneinander den gleichen Wert, dieselbe Stellung haben. Auch die Ringparabel kann ja die Tatsache, dass in Wirklichkeit nur ein Ring echt ist, nicht “aus der Welt schaffen“ die anderen sind und bleiben „Fälschungen“…. entstanden aus SCHWÄCHE! Es gibt (gab)– zeitlich und örtlich verschoben – wohl Variationen in der religiösen Praxis - der wahre „Erbe“ des „Ringes“ kann aber immer nur EINER sein!

10. Ist Ihrer Meinung nach in der Ringparabel ein Kern Wahrheit enthalten Wenn ja, können Sie ihn mir beschreiben wenn nein, weshalb nicht?
Siehe oben

11. Können Sie sich vorstellen, dass verschiedene Religionsgruppen untereinander leben, ohne dass die Glaubenszugehörigkeit zu einem Thema wird, die mit Wertungen verbunden ist?
Menschen ordnen allen Dingen ihren Wert zu, tagein tagaus, unaufhörlich. Einzig die tiefe, selbstlose Liebe lässt jedem Ding sein Sein ohne Urteil. Auch Liebe jedoch gründet sich auf WERTSCHÄTZUNG! Es ist also meines Erachtens undenkbar, dass "Wertungen kein Thema mehr sind" - dies wäre nicht anders denn als stupide Gleichgültigkeit zu bezeichnen. Hingegen ist durchaus vorstellbar, dass gerade ÜBER die Haltung der Wertschätzung auch die Werte ANDERER respektiert werden. Allein durch die Verschiebung des WERTMASSSTABS aus dem Bereich des Inneren auch Moralisch – Ethischen, Spirituellen heraus ins Profane, Materielle – und das heisst in Richtung Nichtbeachtung innerer Werte – kann man gewiss kein qualitativ „besseres“ Zusammenleben der Menschen erreichen. Dieses kann durch liebevolle Wertschätzung (inklusive Wertung) gewiss eher erreicht werden als durch Gleichgültigkeit gegenüber wahren Werten bezw. unter dem Mantel von "Toleranz" daherkommender plumper IGNORANZ.
_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:38    Titel:

UMMA SCHWEIZ
Interview von Monika DETTWILER mit Farhad AFSHAR für "Reformierte Presse" Ausgb. 9 März 2012


Danke für Ihre Anfrage. Ich sende Ihnen nachfolgend einige Antworten zur Islamischen Glaubensgemeinde:


1. Spannen FIDS und KIOS bei der Gründung der Dachorganisation Umma Schweiz zusammen?

Seit Jahren erstrebt die KIOS - Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, die Bildung einer demokratisch organisierten und öffentlich-rechtlich verfassten Glaubensgemeinde. Wie Sie wissen ist die islamische Gemeinschaft der Schweiz ethnisch und kulturell sehr heterogen. Daher war der Meinungsbildungsprozess langsam und kompliziert. Es wurden in Bern, Zürich und Basel Informationsveranstaltungen mit den drei Landesorganisationen der Katholischen und Reformierten Kirche und der Jüdischen Gemeinschaft durchgeführt, an der die islamischen Kantonalverbände der KIOS und Vertreter des FIDS teilnahmen. Im Sommer 2011 haben die KIOS und der FIDS (Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz) eine gemeinsame Plattform geschaffen: "IBS - Islamischer Bund Schweiz", eine Arbeitsgemeinschaft der KIOS/FIDS. Beide Nationalverbände haben z.B: in einer gemeinsame Stellungnahme anlässlich der Demonstration des Zentralrates gegen Islamphobie auf dem Bundesplatz dargelegt, dass sie die Lösung des Problems im Dialog und nicht in der Provokation sehen. Zurzeit wird die gemeinsame Infrastruktur für IBS aufgebaut. KIOS und FIDS habe beschlossen die Umma Schweiz gemeinsam und mit Unterstützung der vielen Mitgliedsverein aufzubauen.


2. Gehen FIDS und KIOS nach Gründung in Umma Schweiz auf? Werden sie als eigenständige FIDS und KIOS also aufgelöst?

Ein Blick auf die komplexe Struktur des Islams in der Schweiz macht es klar. Wir haben ca. 300 islamische Vereinigungen in der Schweiz. die vorwiegend ethnisch kulturell gebildet sind. Diese Vereinigungen verfügen über ca. 180 Zentren mit Gebetsräumen und sind zusammengeschlossen in ca. 15 Kantonalverbanden, die multiethnisch organisiert sind. Die Kantonalverbände sind zusammengeschlossen in den zwei Nationlverbänden KIS/FIDS. Beide Nationalverbände sind Gründungsmitglieder des SCR-Schweizer Rates der Religionen. Die Nationalverbände haben eine gemeinsame Expertin im SCR und arbeiten intensiv zusammen.

Diese komplexe und heterogene Struktur ist sicher nicht effizient, aber sie ist historisch bedingt durch die Einwanderung aus unterschiedlichen Herkunftsländern und entspricht einem notwendigen Erfordernis. Die ethnisch kulturellen Vereinigungen bewahren die vielfältigen und farbigen Traditionen des Islams und unterstützen ihre Mitglieder in ihre Kulturellen Identität. Sie leisten eine grosse Aufgabe, indem sie die Moslems in der Schweiz beheimaten und die Herkunftsidentität, die Sitten und Gebräuche bewahren und an die nächste Generation weitervermitteln, wie z.B. die Schweizervereine im Ausland. Somit ist es die Aufgabe der Nationalverbände die reiche und vielfältige Kultur der Vereinigungen durch innerislamische Zusammenarbeit zu fördern.

Gleichzeitig stellen wir fest, dass der formelle Organisierungsgrad der Muslime nicht sehr hoch ist, schätzungsweise 17-20 %, je nach Wohnort. Alle islamischen Vereinigungen sind juristisch Vereine. Vereine vertreten die Interessen vorwiegend ihrer Mitglieder, sie habe kein allgemeines Mandat. Aussenstehende haben kein Wahl-und Stimmrecht. Somit ist es eine alltägliche Situation, dass einige wenige eine Moschee betreiben und eine grosse Last tragen aber sehr viele die Dienstleistungen der Mosche beanspruchen und keine direkt Verantwortung für die tägliche Arbeit übernehmen, wie Abhaltung der Gebets, Schulbesuche, Seelsorge, Spitalbesuche, Gefängnisbetreuung, Geburten, Heiraten und Todesfälle und Bestattungen, von Jugendarbeit und Religionsunterricht ganz zu schweigen.

Organisatorisch heisst das: Die islamischen Vereinigungen, örtliche Vereine, Kantonalverbände und Nationalverbände, vertreten nur ihre Mitglieder, tragen aber eine grosse Last für alle Muslime, denn die islamischen Dienstleistungen er sind unentgeltlich und werden durch Spenden und freiwilligen Arbeitseinsatz erbracht. Die Nationalverbände vertreten islamische Interessen der Muslime aber haben nicht den Anspruch und auch kein Mandat die Muslime zu vertreten. Dazu ist eine Vereinsstruktur juristisch nicht sehr geeignet. Daher soll eine öffentlich-rechtlich verfasste und demokratisch gebildete Versammlung der Gläubigen geschaffen werden, in der alle Muslime, Frauen, Männer, Jugendliche und Senioren repräsentativ und paritätisch vertreten sind. Alle Muslime haben passives und aktives Stimm-und Wahlrecht, unberücksichtigt der ethnischen oder kulturellen Herkunft und des Geschlechtes. In jeder Gemeinde in der Muslime leben, soll es möglich sein delegierte für die Ebene der Gemeinde, des Kantons und des Bundes zu wählen. Es soll eine unabhängige Rekurs Instanz geschaffen werden und ebenso eine transparente Finanz-und Infrastruktur, die der Gemeinschaft ermöglicht ihre religiösen Anliegen zu leben. Derart gewählte Delegierten hätten durchaus ein repräsentatives Mandat im Namen aller Muslime zu sprechen, denn alle Muslime haben die Möglichkeit an den Wahlen teilzunehmen.

Die Nationalverbände, die Kantonalverbände und die islamischen Vereinigungen stellen die kulturell autonome Vertretung der Gemeinschaft dar, sie sind vergleichbar - wenn man schon unerwünschte politische Vergleiche wie Parlament verwendet, die Regiionalität, die Stände. Die Umma Schweiz wäre die Repräsentanz in föderaler und nationaler Form, nach dem Motto: Ein Muslim, eine Muslima - eine Stimme. Beide Formen der Vertretung, die Vertretung der Islamischen Interessen und die Vertretung der Muslime der Schweiz sind erforderlich. Daher werden die Aufgaben der islamischen Organisationen neu gestaltet werden. Das Ziel ist die demokratische Meinungsbildung und transparente Organisation der Glaubensgemeinschaft um die öffentlich-rechtliche Anerkennung und die Gleichwertigkeit mit den Landeskirchen zu erreichen.

3. Vertreter/innen welcher Muslimorganisationen sitzen in der Kommission, welche jetzt die Umma-Schweiz-Statuten erarbeitet? Können Sie auch die Namen der Experten nennen?

Das Projekt wird durch die Arbeitsgemeinschaft der Nationalverbände organisiert. Es wird eine ausschliesslich fachspezifische Expertengruppe aus Staatsrechtlern und Kirchenrechtlern das Statut ausarbeiten, das die Eigenheiten der 26 kantonalen und der Bundesverfassung berücksichtigen sollte. Parallel soll eine Begleitgruppe aus Vertretern der kantonalverbände (Muslima und Muslim) die vielfältigen und unterschiedlichen Ansichten und Interessen in die Arbeit einbringen. Das vorläufige Statut wird allen uns bekannten islamischen Vereinigungen zur Vernehmlassung zugeschickt. Das Ergebnis wir überarbeitet und verabschiedet, alsdann kann die erste Testwahl in einer Gemeinde durchgeführt werden. Die Wahl wird durch die lokalen Vereine und den kantonalen Verband organisiert, denn nur diese verfügen über die nötige Infrastruktur, wie Räume, Personal und Mittel. Die Mitglieder Expertengruppe wünsch keine Veröffentlichung Ihrer Namen um ungestört von jeglicher Einflussnahme arbeiten zu können. Bei der Veröffentlichung des Statutes der Umma werden selbstverständlich alle Mitwirkenden und Autoren vorgestellt.

4. Genau vor einem Jahr stand in allen (auch unserer) Zeitung/en, das Muslimeparlament werde Anfang 2012 gewählt. Weshalb gab es diese Verzögerung?

Der Grund für die Verzögerung ist die komplizierte Materie, der Vergleich und die Berücksichtigung von 27 Verfassungen und die fehlende Ressourcen das Islams in der Schweiz. Alles beruht auf freiwilliger Beteiligung.

5. (Der Islamische Zentralrat entpuppt sich in den Augen der Öffentlichkeit immer mehr als muslimische Sekte.) Frage: Ist der IZRK auch in die Gründung der Umma einbezogen? Wenn nein, weshalb nicht?
Der Islamische Zentralrat hat ein autoritäres Sendungsbewusstsein, was die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Gruppierungen nicht leicht macht. Er ist sehr stark politisch ausgerichtet, während die Nationalverbände eine föderative Struktur aufweisen. Unsere islamischen Vereinigungen sind arm, aber stolz unabhängig vom Ausland zu sein. Die Freiheit und Unabhängigkeit der Muslime der Schweiz ist uns wichtig. Die islamischen Vereine tragen die grosse Last der religiösen Infrastruktur, währen der Zentralrat von täglicher Gemeindearbeit entlastet, sich politisch in einer Weise betätigt, die uns als provokativ erscheint. Wir ziehen es vor Lösungen im Dialog zu erarbeiten, auch wenn dieser Weg langwierig ist. Der Zentralrat ist kein Mitglied unserer Organisationen, trotzdem sind die islamischen Vereinigungen zur Zusammenarbeit mit allen Muslimen bereit, wenn unterschiedliche Meinungen, Ansichten, Organisationen und die Gleichwertigkeit aller 5 Rechtsschulen anerkannt werden. Der Zentralrat kann sich ebenso an der Vernehmlassung beteiligen wie jede andere islamische Organisation oder Vereinigung. Alle Muslime der Schweiz sind eingeladen sich an der Meinungsbildung zu beteiligen.

6. Die Eidg. Kommission gegen Rassismus (EKR) Hat im Oktober 2010 eine Veranstaltung mit muslimischen Gemeindevertretern zur Frage, ob die Schaffung einer muslimischen Dachorganisation für die Schweiz eine Option sei, veranstaltet. Gab das den Ausschlag für Ihre Planung der Umma Schweiz und des Muslimparlaments?

Gespräche mit der ERK haben gezeigt, es war niemals die Absicht einen Dachverband für die Muslime zu bilden. Die ERK hat dankenswerterweise eine interessante Informationsveranstaltung durchgeführt. Wir haben dort das Projekt der Umma vorgestellt und auf die juristischen Nachteil eines zentralen Dachverbandes hingewiesen (siehe Punkt 2, Vereinsstruktur). Es ist nicht Aufgabe des säkularen Staates, der sich auf eine Verfassung stützt, die eine weitgehende Trennung von Kirche und Staat kennt und beansprucht religiös neutral zu sein, eine "Islamische Staatskirche" zu gründen. Dies kritische Ansicht wurde ja erst kürzlich in Bezug auf die Forderung der OECD bestätigt. Wir sind mit dem Bund der Meinung, es ist die Aufgabe jeder Religionsgemeinschaft, sich den eigenen Vorstellungen entsprechend, in innerer Autonomie und im Rahmen Verfassung, eigenständig und unabhängig zu organisieren.

7. Die von der EKR angebotene zweite informelle Gesprächsrunde fand nicht statt? Weshalb?

Die Frage sollte an die EKR gestellt werden. Die realen Ereignisse haben die geplante Wirklichkeit überholt.

Ich stehe Ihnen gerne für Rückfragen zur Verfügung und wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihre Arbeit.

Mit freundlichen Grüssen
F. Afshar
KIOS - Koordination Islamischer Organisationen Schweiz
KIOS@bluewin.ch
078 - 830 82 80

Kopie: Verbandsekretariat der Kios.
Hr. M.Hanel.
_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:43    Titel:

Neuer Präsident der Zürcher Muslime wünscht sich eine Zentralmoschee
Von Michael Meier. Aktualisiert am 14.04.2012 124 Kommentare
http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Neuer-Praesident-der-Zuercher-Muslime-wuenscht-sich-eine-Zentralmoschee/story/28852534

Der Ägypter Mahmoud El Guindi präsidiert neu die Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich. Sein Fernziel ist, dass die Muslime öffentlich-rechtlich anerkannt und staatlich unterstützt werden

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Kommentar:

Der TAGESANZEIGER bleibt sich TREU

Vor ein, zwei Jahren hatte ich das Vergnügen mit VIOZ Präsident Hasan HATIPOGLU auf Einladung des damaligen Chefredakteurs - seinen Namen habe ich vergessen - die TA-Redaktion zu besuchen.
Wir wollten uns wohl darüber unterhalten, warum die VIOZ an keiner medialen Kooperation mit dem "Tagi" mehr interessiert wäre.

Tja, kurz gesagt - die VIOZ "hilft nicht gerne bei der Zubereitung des Kakaos, durch welchen sie gezogen wird."

Man erinnert sich:
Fatih DURSUN: ... http://www.iphpbb.com/board/ftopic-43715060nx17898-186.html#679
und hier: http://www.islam.ch/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=148:mediale-hetzjagd-auf-fatih-dursun&catid=1:news&Itemid=4

Man verprach "Besserung" ... doch ...

und vor der Veröffentlichung obigen Artikels, sandte man ihn uns zur Freigabe zu.
Der Titel lautete:

Wir wollen uns nicht für unsere Religion entschuldigen müssen

Und ich dachte: Mutige Aussage unseres Präsidenten Mahmoud EL-GUINDI - mutige Überschrift von Michael MEIER für eine schon eher etwas negativ gegen ALLE Religion und erst recht gegen den Islam eingestellte Gesellschaft.
Der Text war im Weiteren grundsätzlich schon halbwegs in Ordnung.

Doch womit überraschte uns Michael MEIER nächsten TAGES?
(siehe Titel oben ...)

Der Präsident wünscht sich eine Zentralmoschee (unausgesprochen mit hohem machtansprüchlichem Minarett - versteht sich) und vom Staat möchte er seine Muslime auch noch unterstützt sehen.
(Auch wenn als Zitat offenbar korrekt, doch in (k)einen Zusammenhang gestellt gelesen - äusserst - gekonnt - manipulativ und tendenziös.

Na BRAVO ... da braucht man als wohl medienerzogener Schweizer gar nicht mehr weiterlesen ...

Machtansprüche stellen und noch unterstützt werden wollen ... na - Euch werden wir es schon zeigen ... (lest mal die LESERKOMMENTARE)

DANKE, Michael MEIER für die erneute Lektion, was der Tagesanzeiger unter seriöser Berichterstattung versteht.

VIOZ und mit ihr die Muslime, sind bereit zu LERNEN.

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:44    Titel:

INTERVIEW zur ANTIMINARETTINITIATIVE
für Emmanouil KIOULAFAS, Student PH Zürich
Antworten: M.M.HANEL


- Wie konnte das Minarett-Thema trotz weniger existenten Minarette in Ihren Augen eine solche Brisanz erreichen?

Zitat:
Das Minarett wurde verkuerzt als politisches Machtsymbol instrumentalisiert. Der momentane Diskurs zwischen "dem Islam und dem Westen" wird unterschwellig und auch ganz offen als Clash of the Civilisations gefuehrt. Definitives strategisches Ziel des Westens ist es, sich den Zugang zu den materiellen Ressourcen weltweit zu sichern, unter dem Vorwand, die "menschenverachtende Ideologie" des Islam mit der "segensreichen Ideologie" der Demokratie (vulgo New World Order) zu ersetzen. Weltweit wird dieses Konzept den "hauptberuflichen Konsumenten" als "best choice" und einzig "vernuenftiger" Weg in die Zukunft schmackhaft gemacht. Islam und Muslime stehen nach diesem Konzept also einer lebenswerten Zukunft entgegen und deren Einfluss muss unbedingt auf allen Ebenen, in allen Bereichen zurueck gedraengt werden. Einfaches Konzept ... einfache Strategie ...

Ein zweiter, kaum wahrgenommener Grund gegen Islam und Muslime umfassend strategisch vorzugehen liegt darin, dass die reine islamische oekonomische Lehre ein tatsaechlicher Feind, des heute praktizierten "Raubtierkapitalismus" ist, der eine toedliche Exponentialfunktion systemintegriert (Zins und Zinseszins) hat.


- Minarette werden im Wortlaut der Initiative als islamische Machtsymbole bezeichnet. Wie ist die Ansicht der VIOZ bezüglich Minarette in der Schweiz?

Zitat:
Dazu sehen Sie unser Argumentarium, hinter welchem auch die VIOZ steht
http://www.gsiw.ch/Argumentarium%20MinarettinitiativeFinal_2009-10-311.pdf
Auch im Interviewteil des GSIW FORUMS www.gsiw.ch werden Sie zum Thema fuendig:


- Am 29. November 2009 wurde die Initiative mit 57.5% Ja-Stimmen angenommen. Das Minarett-Verbot verursachte weltweiten Aufruhr. Wie reagierten die islamischen Organisationen und der VIOZ auf diesen Volksentscheid?

Zitat:
Auch hier verweise ich Sie auf das Gsiw Forum unter dem Suchbegriff "Minarett ... Wie geht es weiter" etc.
.Aber kurz gesagt ... Wir hatten eine knappe Ablehnung erwartet. Nun "segeln wir weiter" unter staerkerem Wind und haerter am Wind ...


- Wie waren die Resonanzen aus den Herkunftsländern von Angehörigen der islamischen Gemeinschaft?

Zitat:
Ohne besonderen Auswirkungen auf die muslimischen Gemeinschaften hierzulande ... Wenn auch staerkere Tendenzen zur Abschottung und pointierterer Selbstidentifikation bemerkbar sind.


- Ist der Ausgang der Minarettinitiative ein Statement der Schweizer Bevölkerung gegen den Islam in der Schweiz?

Zitat:
Kurz und praegnant: JA


- Der neue Artikel 72 Abs. 3 der Bundesverfassung mit dem Wortlaut „Der Bau von Minaretten ist verboten.“ ist nun bereits seit über zwei Jahren in Kraft. Hat die Aktualität der Problematik auch für die VIOZ abgenommen oder hat das Thema für die islamische Vereinigung immer noch eine Aktualität?

Zitat:
Da fuer die VIOZ kein Minarettbau zur Debatte stand, NEIN.
Da der Entscheid ein spuerbarer Entscheid gegen ISLAM & MUSLIME und gegen das Konzept des westlichen, modernen Rechtsstaates war, JA.

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 04 Jun, 2012 21:45    Titel:

INTERVIEW mit VIOZ Präsident Mahmoud EL GUINDI
mit LIFE Channel


http://www.lifechannel.ch/artikel/16001.html


und unsere Reaktion darauf:

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr Hoffmann

Gerade aus dem Ausland zurückgekommen, höre ich gerade Ihr Interview mit Herrn Mahmoud El Guindi.

Grundsätzlich – wie Ihre Fragen auch, haben wir die Arbeit schon als korrekt empfunden.

Große Irritation hat allerdings die Ansage Ihrer Mitarbeiterin hervorgerufen, welche die VIOZ als islamistische Organisation “beworben” hat – wenn ich mich nun so ausdrücken darf.

Auch wenn wir uns der Tatsache sehr bewusst sind, dass Medienmitarbeiter im Allgemeinen nur sehr wenig Kompetenz im Bereich der Religion aufzuweisen vermögen – halten wir diese Einführung für höchst bedenklich, jedenfalls für äußerst nachlässig oder gar manipulativ und der, von – so hoffe ich - beiden Seiten gewünschten nachhaltig guten Kooperation zwischen muslimischen Organisationen und den Schweizer Medien nicht sonderlich zuträglich.

Und zu den vorherigen Sendungen erlaube ich mir anzumerken, dass, so islamisches Verständnis, sich Muslime das "Fasten nicht abgeschaut haben” (von wem denn?) sondern die Ein-Gott gläubigen Menschen - zu ihren Zeiten “die Muslime” ... heute als “Juden, Christen und Muslime – die Anhänger der abrahamistischen Religion(en)” bekannt, haben das Fasten originär als göttliche Vorschreibung befolgt und diese Vorschrift wurde weitertradiert und erhalten.
http://www.lifechannel.ch/artikel/14200.html

Und Minarette sind nicht per definitionem (ausschließlich) “Zeichen der Eroberung in einem neu eroberten Gebiet” ... auch wenn sie als solche durchaus AUCH errichtet wurden. http://www.lifechannel.ch/artikel/8210.html

Verkürzungen tun niemandem gut – schon gar nicht, wenn das Anliegen sein soll, Verständnis für den Nächsten (den es ja als sich selbst zu lieben gilt ...) zu entwicklen.

Sehen Sie zum Thema unser Argumentarium aus 2009 http://www.gsiw.ch/Argumentarium%20MinarettinitiativeFinal_2009-10-311.pdf

Dies zu unseren Empfindungen zu Ihren Sendungen, die ich Ihnen nicht vorenthalten wollte.

Mit freundlichen Grüßen
Muhammad Hanel
Pressesprecher VIOZ



Live Channel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr Hanel

Wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung an unseren Redaktor Georg Hoffmann.

Wir bedauern sehr, dass in der Anmoderation der Sendung ein falscher Begriff verwendet wurde, der im Sprachgebrauch eine negative Bedeutung hat, und oft auch populistisch verwendet wird.

Das war ein Moderationsfehler unserer Sprecherin, für den wir uns aufrichtig entschuldigen.

Es war nie unsere Absicht, Ihre Organisation zu diskreditieren. Der gesetzte Titel bringt ja schon zum Ausdruck, dass ein engagiertes Bestreben abgebildet wird: „Vereinigung der Zürcher Muslime weiter auf Integrationskurs“.

Wir werden selbstverständlich auf unserem Medienportal www.lifechannel.ch den Fehler korrigieren. Dort können die meisten Beiträge - wie Sie vielleicht wissen –auch nachträglich noch angehört werden.

Das Team von Radio Life Channel ist bemüht, nach journalistischen Kriterien zu arbeiten und dabei Ereignisse, Entwicklungen und Themen sachgerecht abzubilden.

Wir möchten uns nochmals für unseren „Versprecher“ entschuldigen und bedanken uns bei Ihnen für Ihre wertvolle Reaktion, die es uns erlaubt, den Fehler zu berichtigen.

Freundliche Grüsse
ERF Medien
Heidi Pauli
Kommunikation
ERF Medien - www.erf.ch | www.lifechannel.ch | tv.erf.ch
Witzbergstrasse 23 | CH-8330 Pfäffikon
Tel.: +41 44 953 35 35 | Fax: +41 44 953 35 01 | E-Mail: heidi.pauli@erf.ch


Für jene, welche sich in Medienarbeit einführen wollen, noch folgende Anmerkungen:


Manchmal (sogar in den meisten Fällen) ist der Text gut ... doch die Überschrift diskreditierend.

Manchmal die Überschrift gut und der Text schlecht.

Selten erfüllen der Text und die Überschrift die Kriterien rechtschaffenen, objektiven Journalismus, wenn es um Fragen des Islams oder der Muslime geht.
_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Mo 11 Jun, 2012 13:52    Titel:

Eines der ersten Interviews aus 2006 für Danny A. Regionales Gymnasium Laufental-Thierstein

Sehr geehrter Herr Hanel

Vor einiger Zeit habe ich Sie angefragt, ein paar Fragen zum Thema Islam zu beantworten. Hier habe ich die Fragen. Entschuldigen Sie, dass die Fragen ein wenig provokativ sind, ich habe sie lediglich aus Aussagen von verschiedenen Politikern formuliert.

Hier sind die Fragen:

Ich wäre froh, wenn Sie mir die Antworten auf die Fragen sobald wie möglich zukommen lassen könnten. Falls Sie noch Zeit haben, sprechen Sie doch mit einigen anderen Gläubigen darüber, denn ihre Meinung würde mich auch brennend interessieren.

Meine fertige Arbeit werde ich Ihnen in etwa drei Wochen per E-Mail zustellen.

Ich danke Ihnen im Voraus für das Beantworten meiner Fragen und verbleibe mit
freundlichen Grüssen

Danny A.
11.5.06

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr A.

Langsam gewöhnen sich die Muslime an den provokanten Stil, mit welchem sie hier in Europa permanent konfrontiert werden. Offensichtlich das Resultat einer Haltung, die meint, es wäre opportun, hier in der Schweiz, in Europa lebende Muslime für irgendwelche Vorgänge irgendwo auf der Welt verantwortlich zu machen, an denen sie selbst zwar gar keinen Anteil haben, aber weil doch in irgendwelcher Weise auch Muslime involviert sind ... Gott sei Dank, üben sich die Muslime in Europa vernünftigerweise bislang in nobler Zurückhaltung (allerdings fällt es zunehmend schwerer) mit gleicher Haltung zu antworten – und für jedes Verbrechen, welches in der westlichen Welt passiert, pauschal aggressiv die Christen und das Christentum dafür verantwortlich zu machen.
Eine Rückführung des Dialogklimas auf Sachlichkeit und Objektivität, wäre für beide Seiten gewiss eine Wohltat.

Tatsächlich widerspiegeln die von Ihnen vorgelegten Fragen diese Haltung, die erneut belegt, dass der bisher geführte Dialog mit Muslimen (seit mehr als 15 Jahren hier in der Schweiz) offensichtlich nicht wirklich vermocht hatte, gegenseitiges respektables Verständnis in der Öffentlichkeit zu vermitteln und die kompetenten, auf Ihre Fragen bezogene Aussagen der Sprecher der Muslime einfach nicht verstanden werden, vielleicht sogar nicht verstanden werden wollen – oder auch nicht verstanden werden können. In jedem Fall wird es Zeit, die Verbindlichkeit der Aussagen hier in Europa und der Schweiz lebenden Muslime ernst zu nehmen, zu akzeptieren und deren Wert und Gehalt an der tatsächlichen Verwirklichung in unserer gemeinsamen sozialen Lebenswelt zu messen. Oder soll die Alternative sein, sich zu offener, bewusst in Kauf genommener, da ständig geschürter und provozierter, zunehmend militanter werdender Konfrontation zu bekennen? Es erscheint mir höchst an der Zeit für die westlichen Gesellschaften zu sein, ihre hart erkämpften, zivilisatorischen Errungenschaften standhaft mit den gebotenen zivilen Mitteln zu verteidigen oder zur faktischen Umsetzung der höchst überflüssigen These S. Huntingtons zu stehen und es zuzulassen, dass die Einäugigen beider Seiten, einander das verbliebene Auge ausstechen – und damit weltweitem blindem Chaos Tür und Tor eröffnen.

Muslime sind weder nach Europa, in die Schweiz gekommen, um deren Einwohner mit „Feuer und Schwert“ zu bekehren, ja nicht einmal durch „frohbotschaftliche“ Missionierung oder ihnen mit mehr oder weniger nachgesagten Gewaltbereitschaft ihren Lebensstil, ihre Traditionen oder vermeintlichen Gesetzlichkeiten aufzuzwingen. Sie sind nach Europa gekommen, weil Europa nach billigen und verlässlichen Arbeitskräften rief, die Menschen in den östlichen, sog. muslimischen Ländern den dort meist vorherrschenden katastrophalen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen zu entkommen suchten, diesem Ruf folgten.
Jetzt verlangt das zivilisierte Europa, von gerade jenen einfachen, anständigen und hart arbeitenden Menschen, die wesentlich dazu beigetragen haben, den Wohlstand in Europa auf das heutige Niveau zu heben, die politische Verantwortung für Vorgänge zu übernehmen, die sie nicht verursachten, an welchen sie weder beteiligt waren noch sind und denen sie zu entgehen suchten? Vielmehr ist es Aufgabe der westlichen Politik, ernsthaft zu untersuchen, wie weit sie selbst mit ihrem übermächtigen Hang zu Macht und Kapital für das Vorhandensein tatsächlich menschenunwürdiger Lebensbe-dingungen in der südlichen und östlichen Hemisphäre unserer Welt Verantwortung tragen!

Aber im Übrigen, lieber Herr A., Ihre Entschuldigung für den provokanten Ton ist selbstverständlich akzeptiert – auch wenn sie nicht nötig gewesen wäre, da auch Sie persönlich ohnehin nicht zur Verantwortung für politische Versäumnisse hierzulande oder anderswo gezogen werden sollen!

Ich werde also Ihre Fragen so kurz wie angezeigt möglich beantworten – vielleicht auch in gewissem Sinne etwas provokant, um dadurch den längst fällig gewordenen, vor allem aber seriösen politischen Diskurs mit Muslimen anzuregen – um nicht zu sagen - einzuklagen.
Die Thematik ist viel zu komplex, um in wenigen Sätzen ausreichend verständlich dargelegt zu werden.

Mit freundlichen Grüssen
M.M.Hanel


- Die Integration der Moslems in der Schweiz ist ungenügend. Was ist Ihre Meinung dazu?

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Die Integration der Muslime, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa ist in der Tat als unbefriedigend anzusehen. Zum tieferen Verständnis der komplexen Problematik möchte ich allerdings ins Bewusstsein rufen, dass es mit der Integration der ursprünglichen Besitzer und Einwohner Nord- und Südamerikas, des Nahen Ostens, der Bewohner Afrikas und Asiens in die westlich kapitalistischen, „christlich-jüdisch“ geprägten Gesellschaften zutiefst im Argen liegt. Im Vergleich dazu – sollte man daher der Gerechtigkeit wegen sagen, ist die „Integrationsgüte“ in Europa ja ohnehin um „Klassen besser“ als globaler Integrationsdurchschnitt.

Als Europäer steht es uns nicht schlecht an, mit wachem Intellekt zu erkennen, dass in unserer inzwischen unumkehrbar global vernetzten Welt, erst durch ernsthafte und erfolgreich realisierte Bemühung um die Schaffung menschenwürdiger Lebensverhältnisse für alle Mitglieder der menschlichen Gemeinschaft auf der Welt, selbst lokale sozialpolitische Problematik lösbar wird.

Ein erstes Mittel, um Integration verschiedener Kulturen in einen einheitlichen Gesetzesverband überhaupt zu ermöglichen, ist es unumgänglich, nicht nur zu erkennen, sondern auch entsprechend zu handeln – dass Integration ein Vorgang ist, der von beiden Seiten aktiv und positiv und in, vor allem kooperativem Geiste betrieben werden muss – soll dieser Prozess friedlich und für beide Seiten befriedigend ablaufen. Die Übernahme führender Initiative steht allerdings aus einleuchtenden Gründen dem „stärkeren“ Partner zu. Also jenem, der über sämtliche staatliche Gewalt frei verfügt. Für die jeweils eigenen Versäumnisse, den anderen verantwortlich zu machen, nennt man unter denkenden Menschen „unverschämt“, nicht wahr?


- Soll die Scharia in der Schweiz eingeführt werden?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Nein.


- Wie soll die Scharia von einem Moslem, welcher in einem westlichen Land lebt, ausgelegt und interpretiert werden? Hier meine ich besonders die Strafen von ausgetretenen oder zu anderen Religionen konvertierten Leuten, die Tötung von nicht-Muslimen oder die Stellung der Frau.


M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
In vorliegender Form ist die Frage vernünftig nicht zu beantworten. Außer vielleicht mit: „Kompetent“.
Sie zeugt von völligem Unverständnis westlicher Menschen bezüglich des Wesens der Scharia.

Ich habe Ihnen zum besseren Verständnis einen, in seinen Grundaussagen von den Muslimen nicht nur hier in Europa mitgetragenen, vor kurzem erschienen Artikel von Hilal Sezgin beigelegt.
Ergänzend noch folgendes:

    • EINE Scharia, die man in EINEM Buch lesen könnte – gibt es nicht.
    Vielmehr gilt eher Sezgins treffender, fast humoristisch anmutender Vergleich: Auf das Christentum übertragen, wäre die Scharia die Gesamtmenge aus den Zehn Geboten und den Enzykliken, den orthodoxen, katholischen und protestantischen Liturgien und Katechismen plus den regionalen Sitten, wie man beispielsweise einen Weihnachtsbaum zu schmücken hat.

    • Um islamisches Recht nach den Regeln des Islams umzusetzen (nicht nach den Vorstellungen von Politdespoten, die sich den Islam als Religion zuschreiben lassen oder nach, in islamischen Dingen ungebildeten westlichen Politikern od. dergl.) sind eine Anzahl bestimmter Voraussetzungen unabdingbar.

    • Eine Voraussetzung für die umfassend legale Einsetzung einer, der Scharia folgenden Gesetzlichkeit, ist das Vorhandensein eines Islamischen Staates (nicht zu verwechseln mit einem Staat, der mehrheitlich von Muslimen bewohnt ist.) Der Islamische (nicht ein) Staat ist erst durch das Vorstehen, durch die Regierung eines Kalifen charakterisiert und legitimiert. Dies ist eine klare Sache und den führenden Politikern auf der ganzen Welt bekannt und wird doch geflissentlich verschwiegen.
    Es gibt somit KEINEN Islamischen Staat auf der Welt und somit auch keine Scharia auf die man heute verbindlich verweisen könnte und die den Namen in islamologisch, theologisch relevanter Bedeutung verdient. Zum Verständnis. Es gibt z.B. nur einen „Christlichen STAAT“. Der Vatikanstaat.
    Und vielleicht ein noch weiteres. Wenn Sie die Verfassung der einzelnen Staaten analysieren, jener Staaten, die in der populistischen Presse als „Islamische Staaten“ durchgehen, so sind sie mit wenig Ausnahme durchgehend auf westlichen Verfassungsentwürfen aus der Kolonialzeit konzipiert. Selbst die „Islamische Republik Pakistan“ macht da keine Ausnahme.


Was die so genannten „Hudud“, die in Ihrer Frage angeführten Strafmassnahmen betrifft, so ist deren theologische, islamisch begründete Legitimität der Ausführung, wie zuvor dargelegt, heutzutage in umfassend korrekter Form nicht gegeben, sondern wären juristisch eher dem „Gewohnheitsrecht“ zuzuschreiben und auf die jeweils regionale, staatlich verfügte Jurisprudenz zurückzuführen. Selbstverständlich lässt sich dieses Gewohnheitsrecht auf den regional praktizierten und gefärbten Islam rückführen. All dies hat aber mit dem effektiven Verständnis und der Praxis der in Europa lebenden Muslime herzlich wenig zu tun.

Selbst ohne diese juristischen Argumentation zu berücksichtigen, teilt die absolute Mehrheit der Muslime – vor allem in der westlichen Welt – solche rigorosen Rechtsauslegungen nicht. So haben die im Zentralrat der Muslime in Deutschland zusammengeschlossenen Verbände nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine Islamische Charta verabschiedet. Darin wird das Recht betont, „die Religion zu wechseln, eine andere oder gar keine Religion zu haben“. Der Koran untersage jede Gewaltausübung und jeden Zwang in Angelegenheiten des Glaubens, heißt es in der Charta.

Hier der URL eines weiteren Artikels: http://www.netzeitung.de/deutschland/388402.html der im Wesentlichen auch die Meinung der absoluten Mehrheit der Muslime in der Schweiz skizziert, wenn ich mir dies festzustellen erlauben darf.


- Dem Islam wird vorgeworfen, intolerant gegenüber anderen Religionen und Ansichten zu sein. Als Beispiel nenne ich die Stellung der Frau.
Was sagen Sie dazu?


M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Ein haltloser Vorwurf, der auf Unkenntnis theologischer und falscher Bewertung realpolitischer Wirklichkeit beruht.

Zum ersten Teil Ihrer Frage: Suchen Sie die Antwort in den geschichtlichen Dokumenten und nicht in der momentanen widerwärtigen globalen Realität des 20ten und 21ten Jahrhunderts – in welcher jede Nation und jede Religion mit der anderen und sich selbst im Krieg stand und steht.
Weltkriege, Vietnam, Korea, China, Russland, Hiroschima, Irland, Ruanda, Palästina, Irak ...

Hier ein aktueller jüdischer Beitrag: http://www.tachles.ch/artikel.php?id_art=2425J „Juden unter Kreuz und Halbmond“, der eher auf die islamische Haltung – aus Qur’an und Sunna abgeleitet, schließen lässt.
Dass Angehörige verschiedenster Religionszugehörigkeit überall auf der Welt, also tlw. auch dort, wo Muslime die Bevölkerungsmehrheit stellen, Unrecht erleiden, ist allerdings traurige Tatsache, die der Islam doch nicht stützt, sondern zu beenden trachtet.

Auch auf die Stellung der Frau bezogen, ist dieser Vorwurf, theologisch korrekt gesehen, völlig haltlos. Ebenfalls gibt hier die Geschichte beredt Auskunft. Mit weit weniger uneinsichtiger Logik müsste man diese, dem Islam vorgeworfene frauenfeindliche Haltung dem Schweizer Gemüt zuschreiben, welche den Frauen tlw. das Wahlrecht erst vor wenigen Jahrzehnten zuerkannte. Ein selbstverständliches Recht für muslimische Frauen seit über 1400 Jahren.
Nicht zuletzt sei auf eine kürzlich in den Schweizer Medien erschienene Nachricht verwiesen, laut der „die Gleichberechtigung der Frau in der Schweiz erst in 1.000 Jahren erreicht werden wird, wenn sie mit gleicher Geschwindigkeit, wie bisher vorangetrieben wird.

Und wer wirklich Interesse an der Situation der muslimischen Frau hat, möge sich doch bitte an die „nächst beste“, angeblich so unterdrückten „Kopftuchfrau“ direkt wenden, welche durchaus für sich selbst zu sprechen in der Lage ist.

Hier zwei willkürlich gewählte Adressen von muslimischen Frauenvereinigungen in der Schweiz:
Islamische Frauengruppe Ostschweiz: www.digo.ch
FATIMA az ZAHRA – Islam. Frauenverein: www.fatima-az-zahra.ch


- Wie sollte die Stellung der Frau im Islam Ihrer Meinung nach sein?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Diese Frage ist mir als Muslim unverständlich.

Eher könnte die Frage in für mich verständlicher Form lauten:
- Wie sollte die Stellung der Frau in muslimischen Ländern Ihrer Meinung nach sein?
oder –
- Wie sollte die Stellung der muslimischen Frau in nicht muslimischen Ländern Ihrer Meinung nach sein?


- Thema Mohammed-Karikaturen: Warum sollte man in einem westlichen Staat keine Karikaturen über religiöse Themen veröffentlichen dürfen? Sollte ein Moslem gegen die Meinungsfreiheit sein?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Dafür gibt es für mich keinen Grund, solange das Ziel der Karikatur ist, weltliche, mit der Religion in Verbindung gebrachte Missstände pointiert herauszustellen.

Ich nenne die von Ihnen angesprochenen Ereignisse ohnehin eher den „Krieg der Karikaturen“, denn wer glaubt mit provokanter, öffentlicher Beleidigung heiliger Werte, mit rück¬sichts¬loser Verletzung der Gefühle anderer menschlicher Gemeinschaften einer friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Völker oder der Vernunft den Weg zu bahnen, wird dabei nicht minder erfolgreich sein, als jene, die auf geistige Spatzen, auf klägliche Tintenpatzen (Tintekleckse) mit Kanonen oder Molotowcocktails feuern.

Und auch wenn vordergründig nicht gleich erkennbar, sind intellektuelle Brandstifter in dänischem Biedermännerkleid oder anderer hoher Tracht, mit gleichzeitig festem Griff auf den Ölkanister, in Wahrheit mindestens so gefährlich wie jeder zornige, gekränkte Heißsporn.

Einer klugen Gesellschaft in der Tradition eines Wilhelm Tell oder Max Frisch steht es wohl an, diese beiden Kontrahenten als die zwei Seiten einer falschen Münze zu erkennen, die man besser nicht in Umlauf bringt.
Und nach allgemeinem Verständnis vernünftiger und zivilisierter Menschen endet ohnehin jede Freiheit dort, wo die Freiheit und Würde des Nächsten verletzt wird.

Nein, als Moslem soll man nicht gegen Meinungsfreiheit sein, sondern diese bestärken. Für den Moslem bedeutet Meinungsfreiheit allerdings auch, respektlose, beleidigende Unverschämtheit mit aller rechtlich abgedeckten, verhältnismäßigen Schärfe entgegenzutreten.

Wobei durch islamische Rechtsauffassung die Schärfe durch den Qur’anvers begrenzt wird:

Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein; dessen Lohn aber, der vergibt und Besserung bewirkt, ruht sicher bei Allah. Wahrlich, Er liebt die Ungerechten nicht. [42:40]

Dabei ist noch anzumerken, dass von Muslimen die Beleidigung des geheiligten Propheten Muhammad NICHT durch die Beleidigung, von z.B. des geheiligten Jesus Christus vergolten werden kann, resp. darf.
Es will noch angemerkt werden, dass die Doppelzüngigkeit“, mancher Politiker in Europa, die immer häufigere Anwendung von Doppelstandards gegen die Muslime, uns besonders traurig und bedenklich stimmen. Während solche Politiker (z.B. Stoiber, MP von Bayern) im sog. „Karikaturenstreit“ für die Pressefreiheit plädieren, setzen sie sich vehement gegen die Ausstrahlung von „Popetown“ (im Mai in MTV) ein. In diesem Streifen soll der Papst (nicht der Religionsstifter Jesus!) geschmacklos gezeigt werden. Wohlverstanden, ein Film von Christen produziert (BBC).


- Was sagen Sie zu der Aussage, wonach das Kopftuch der Frauen im Islam ein Zeichen der Unterdrückung der Frau ist?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Diese Aussage ist nicht minder beschränkt als die Aussage, das Kopftuch wäre Ausdruck einer militant, „islamistisch“ gefärbten politischen Einstellung. Vielmehr ist das Tragen der Kopfbedeckung ein religiös begründetes Gebot zu einer äußerlich sichtbaren muslimischen Identität. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass ein Untersagen, diese eigene religiöse Identität in der Öffentlichkeit zu entfalten und solchen Menschen die gleichberechtigte Partizipation am öffentlichen oder privaten freien Arbeitsmarkt vorzuenthalten, durchaus tatsächliches Zeichen „rassistischer“ Unterdrückung einer Minderheit darstellt.




----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

DIE ZEIT 14.3.2006

Allah, der Gott aller

http://www.zeit.de/2006/14/Islam_Demokratie/seite-1

Todesurteil für einen Konvertiten? Der Koran bestraft niemanden, der vom muslimischen Glauben abfällt

Von Hilal Sezgin
Der Koran ist ein kompliziertes Buch, es nützt gar nichts, dies zu leugnen. Man wird an vielen Stellen Gebete entdecken, die wunderbar zeitlos sind, und Verse, so innig, dicht und schön wie Sternenfunkeln. Dann treten unvermutet Dschinnen und zauberische »Knotenanbläserinnen« auf, wie sie den altarabischen Kosmos bevölkern. Gott selbst zeigt sich mal milde und ruft zu Milde auf, dann wieder kündet er gut alttestamentarisch vom Verderben; doch selbst von den größten Katastrophen wird in Suren mit Titeln wie Die Kuh oder, noch kleinteiliger, Die Spinne erzählt.© [M] Rainer Hackenberg/ zefa/ corbis BILD Ob in Marokko oder Malaysia: Der Gott, dessen Lob vom Minarett ausgerufen wird, ist derselbe wie der des Alten und Neuen Testaments

Von fraglichem Wert also die gut gemeinte Empfehlung, es solle am besten doch jeder mal zwecks Völkerverständigung in den Koran hineinlesen: Nichts ist besser geeignet, die Völker auseinander zu treiben als ein Blick in ihre jeweiligen Heiligen oder sonstwie überlebensgroßen, jahrhundertealten und eben schwer erschließbaren Bücher. In einem Punkt jedoch äußert sich der Koran ganz unmissverständlich an gleich mehreren Stellen – wenn er nämlich den Umgang mit der Apostasie, dem Glaubensabfall, kommentiert: Dafür kann und darf es keine weltliche Strafe geben. Der Abfall vom Glauben ist ein Vergehen allein zwischen Mensch und Gott, und strafbar nur vor dem Jüngsten Gericht.

Man hat sich in Westeuropa leider angewöhnt, alles, was zur islamischen Vorstellungswelt gehört, mit größtem Argwohn zu betrachten. Und so wurde in den letzten Tagen bisweilen so getan, als sei bereits der Umstand, dass der Glaubensabfall eine Sünde darstellt, eine typisch islamische Ungeheuerlichkeit. Doch der Gott des Korans ist derselbe Gott wie der des Alten und Neuen Testaments, weswegen er ebenso gut mit dem deutschen Wort »Gott« wie mit dem arabischen Wort »Allah« genannt werden kann. Und dieser abrahamitische Gott ist nun einmal ein »eifersüchtiger« Gott, fordert die Anhängerschaft und bestraft den Abtrünnigen.
Moralisch untragbar ist erst die Idee, dass dieser Abtrünnige von einem menschlichen Richter bestraft werden solle. An dieser Stelle kommt die Scharia ins Spiel. Von allen Teilen der islamischen Tradition hat sie sich den schlechtesten Namen erworben und gilt gleichsam als die Summe alles Grausamen, das die Gemeinschaft der Muslime ersonnen und in einem dicken Buch notiert hat. Bloß gibt es dieses Buch namens Scharia nicht, und Gott sei Dank umfasst die Scharia viel mehr als blutige Strafen. Scharia ist vielmehr ein Oberbegriff für die religiösen und sozialen Verhaltensregeln, die Gott dem Menschen auferlegt hat, setzt sich zusammen aus Koran, Überlieferung und Rechtsurteilen, differiert je nach Glaubensrichtung, Rechtsschule und Interpretation. Auf das Christentum übertragen, wäre die Scharia die Gesamtmenge aus den Zehn Geboten und den Enzykliken, den orthodoxen, katholischen und protestantischen Liturgien und Katechismen plus den regionalen Sitten, wie man beispielsweise einen Weihnachtsbaum zu schmücken hat.
Es waren die geistigen und politischen Erben Mohammeds, die die Forderung, Apostasie sei mit dem Tod zu bestrafen, in diesen Scharia genannten Komplex einbrachten. Man könnte sagen, die historische Tradition übertrat hier das koranische Gebot, die Gewissensfreiheit des Einzelnen (übrigens: für Mann und Frau gleichermaßen) zu achten, und schuf ein Gesetz der Intoleranz. Denn die frühen islamischen Gemeinschaften versuchten die wachsende, aber eben auch wackelige Schar ihrer Verbündeten an sich zu binden, sie waren mittelbar auf Staatsgründung aus und forderten Loyalität, wenn notwendig mittels drakonischer Strafen.

Das hört sich doch geradezu tröstlich an: Die Regel, dass der Abfall vom Glauben mit dem Tode bestraft werden solle, gehört demnach nicht zur Sphäre der Religion, sondern zu der der Politik? Und der Islam an sich, der reine Islam, wie er vom Koran gemeint war, sähe es anders als seine irdischen Interpreten? Es stellt eine gewisse Versuchung dar, die Grenze so zu ziehen und zu betonen. Denn wie wir alle wissen, aber vielleicht im Alltag unterschiedlich deutlich wahrnehmen, bewegen sich Muslime im Westen seit einigen Jahren in einer Kultur des Verdachts. Egal, wie religiös sie im Einzelnen sein mögen, wissen sie, dass jeder von ihnen mitgemeint ist, wenn eine vollverschleierte Frau auf einem Titelblatt gezeigt wird oder wenn in den Abendnachrichten vom Islam die Rede ist; und sie ahnen, dass wieder eine tatsächliche oder drohende Gewalttat dahinter steht.

Doch obwohl sich die Attentate islamischer Terroristen im Westen nicht annähernd so stark gehäuft haben, wie es nach dem 11. September zu befürchten war, hat sich diese Kultur des Verdachts zu einer Kultur des Vorwurfs verschärft. Diese Vorwürfe beziehen sich gar nicht mehr vorrangig auf mögliche Anschläge, sondern auf den Islam im Ganzen. Man lasse einmal Revue passieren, was allein dieses Kalenderjahr bereits an latenten oder manifesten Anschuldigungen gegen diejenigen Einwanderer und ihre Nachkommen, die unter dem Stichwort »Muslime« zusammengefasst werden, gebracht hat: den Schulhof- und den Karikaturenstreit, Debatten um innerfamiliäre Gewalt in Migranten (nicht aber: in deutschen)-Familien; die Einbürgerungstests mit all ihren Unterstellungen.

Vor wenigen Jahren noch wäre der Fall eines zum Christentum konvertierten, von der Todesstrafe bedrohten Afghanen wohl kaum auf die ersten Zeitungsseiten gelangt. Oder wenn doch, dann begleitet von einem anders getönten Entsetzen: weil er uns nämlich über eine vormoderne Rechtspraxis nichts Neues verrät, wohl aber über den vom Westen mitgebauten und vollmundig angepriesenen afghanischen Staat, für den man einen an Opfern reichen Krieg angeblich zum Wohl der dortigen Bevölkerung hat führen müssen.

Nun jedoch sortiert der Zeitungsleser, die Parole vom »Kulturkampf« noch im Ohr, die Nachricht vom konvertierten Afghanen automatisch in eine Schwarze Liste ein, die jedes Indiz verbucht, das »gegen den Islam spricht«. So verständlich das ist, es ist doch die falsche Reaktion. Es gibt vieles, was gegen diverse Religionen – und anderes, was wiederum für dieselben Religionen spricht. Es geschehen sogar jeden Tag eine Menge Dinge auf dieser Welt, die gegen Menschen überhaupt sprechen!

Gern würde man hier also den leichtesten Weg der Verteidigung wählen. Gern würde man einen grundsätzlichen Unterschied zwischen den koranischen (rein religiösen) und den nachkoranischen (historisch geprägten) Äußerungen zur Apostasie betonen. Doch so verallgemeinert, stimmt die Entgegensetzung nicht. Auch in manchen Suren des Korans selbst haben die frühen politischen Probleme Mohammeds ihren Niederschlag gefunden, sie handeln von (auch kriegerischen) Konflikten mit anderen Gemeinschaften oder sind vom damaligen Verhältnis der Geschlechter geprägt.
Umgekehrt sind die strafrechtlichen Teile der Scharia nicht nur vom Grundsatz der Strenge geleitet. Dass beispielsweise ein Konvertit im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein muss, ist eine Schutzregel, die sicherstellen will, dass niemand ohne eigenes willentliches Zutun Opfer der Gerichtsbarkeit wird; und sie bietet dem Richter Gelegenheit, Gnade walten zu lassen, wenn es ihm richtig scheint. Keineswegs suggeriert die Frage nach dem Geisteszustand eines Konvertiten also, dass der christliche Glaube »eine Geistesstörung« sei. Und viel mehr als bloß ein folkloristisches Detail bedeutet auch die Vorschrift, dass manch ein Vergehen durch vier Zeugen bezeugt werden muss.

Die konkreten »Vergehen« Glaubenswandel oder Ehebruch strafrechtlich zu verfolgen, lehnen wir heute zwar ab; dass Mohammed aber zu einem solch frühen Zeitpunkt bereits die Frage der Schuldfähigkeit und das Prinzip der Unschuldsvermutung eingeführt hat, ist eine Errungenschaft. Man erinnere sich nur, dass andernorts juristische Beweisführungen noch viele Jahrhunderte später die Form annahmen, dass man der Besessenheit Angeklagte in einen Fluss warf oder ihre Hand ins Feuer hielt.

Die empirische Frage von Koran, Scharia und Tradition einmal beiseite gelassen, wäre es ohnehin schlechter Idealismus, die reine Lehre der Religion von ihren historischen Ausprägungen einfach zu trennen. Wir können es beim Christentum nicht, und beim Islam geht es genauso wenig. Die Verbrechen der Kolonisatoren, das Entgegenkommen gegenüber dem Nationalsozialismus, der Ausschluss von Frauen aus Kirchenämtern und die Vereinbarkeit des Machismo mit tiefer Religiosität, all das gehört zur Geschichte des Christentums und zu den christlichen Gesellschaften. Trotzdem kann man zu Recht sagen, dass die Unterwerfung und Verfolgung anderer »unchristlich« seien.
In derselben Weise können wir die Ermordung eines Konvertiten oder einer Ehebrecherin unislamisch nennen – nicht vorrangig, weil es irgendwo so geschrieben steht. Sondern weil sich Koran und Tradition und Überlieferung so oft, so deutlich um soziale Gerechtigkeit bemühen und um die Rechtssicherheit auch der Statusniedrigen und um den Schutz der Frauen vor patriarchaler Willkür; weil der Koran so oft den Vorrang der Milde vor der Strenge betont; weil wir von Mohammed wissen, dass er ein sanfter Mensch war, der immer den friedlichen Weg vorgezogen hat, wo es diese Alternative gab, und weil der häufigste Beiname Gottes im Koran der des Barmherzigen, des Erbarmers ist.

Zu sagen, dass etwas nicht im Sinne des Islams sei, dass etwas dem wahren Geist des Islams widerspreche, bedeutet, sich auf diesen normativen Kern der Religion zu berufen – einen Kern, der selbst Teil des Glaubens und Ergebnis einer Suche ist. Ihn findet man aber nicht, indem man einen großen Stein umdreht oder in einen jahrtausendealten Tonkrug lugt, sondern indem man Interpretationen und Vorbilder anführt, denen man folgen will und von denen man hofft, dass andere ihnen folgen werden.

In der gegenwärtigen Kultur des Vorwurfs jedoch ist es nahezu unmöglich, sich ergebnisoffen auszutauschen, weil jeder Vorwurf nach einer geschlossenen Antwort verlangt; automatisch verführt die Notwendigkeit der Rechtfertigung zu dieser oder jener neuen Orthodoxie. Dabei wäre es den westlichen Gesellschaften ein Leichtes, in ihrer Mitte den Raum für vertrauensvolle Diskussionen zu öffnen. Und nicht nur Islam und Christentum, auch Unglauben und sogar das Desinteresse an Religion insgesamt fänden darin Platz. Religionsfreiheit könnte bedeuten, dass sich niemand für Details seiner religiösen Gesinnung, sondern jeder nur für seine Handlungen rechtfertigen muss – dass also der öffentliche politische Diskurs die Angelegenheiten des Glaubens endlich wieder in die Freiheit des privaten Lebens entlässt.

DIE ZEIT 30.03.2006 Nr.14
14/2006

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Di 12 Jun, 2012 12:17    Titel:

In Kürze sollte ein Interview des Landboten / Zch. Regionalzeitungen
Winterthur mit Mahmoud El Guindi (Präsident VIOZ) erscheinen.


Hier vorab die Fragen, welche uns schriftlich zugesandt und auch schriftlich beantwortet wurden. Wir sind gespannt ...

1. Grosso mode geht es um die Verständigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in der Schweiz und das Bestreben dazu. Es soll eine kritische Auseinandersetzung darüber sein, was Muslime besser machen könnten, wo aber auch die nichtmuslimische Bevölkerung Hand bieten soll und kann.

2. Wissen die Nichtmuslime zu wenig über die Welt der Muslime (weil die Muslime nicht offensiv genug kommunizieren)? Oder wollen sie nichts über sie wissen (weil sie es sich auf diese Weise einfacher machen können)?

3. Auch wäre interessant darüber zu sprechen, warum es bisher offenbar nicht gelungen ist, die muslimischen Interessengruppen zu bündeln. Wie kann man aber liberale Muslime und fundamentalistische, wie kann man ethnisch so verschiedene Gruppierungen mit einer Stimme sprechen lassen, wie hierzulande oft erwartet wird?

4. Was hält Herr El Guindi vom Bestreben einer Umma nach schweizerisch-demokratischen Strukturen, welche Kios und Fids anstreben?

5. Ausserdem möchte ich Herrn Guindi ein paar persönliche Fragen stellen: Wie hat er sich als junger Mann in der Schweiz zurecht gefunden? Welche Sitten hat er übernommen, von welchen grenzt er sich heute noch ab? Wovon konnte er profitieren? Wovon profitieren die Schweizer von ihm als Muslimen?

6. Was will er als Präsident der VIOZ zugunsten der Muslime ändern oder verbessern, was bisher nicht gelungen ist? Mit welchen Mitteln will er zur besseren Verständigung mit Nichtmuslimen beitragen?


Mit freundlichen Grüssen
Karin Landolt
Inland-Redaktorin



HIER die Antworten, die wir von VIOZ schriftlich gegeben hatten.

Es folgte dann noch ein mündliches, einstündiges Interview ... in die Veröffentlichung, die in den nächsten Tagen erfolgen soll (Mitte Juni 2012), wurde allerdings NICHTS von dieser schriftlichen Erklärung aufgenommen ... nur wARuM nur? Waren, sind die Antworten so armselig, derart UNANGEBRACHT?


Grüezi Herr Hanel

Besten Dank für Ihre Nachricht. Dann warte ich Herrn Guindis Terminbestätigung bzw. -vorschlag ab. Die Fragen kann ich Ihnen hier grob umreissen.


1. Grosso mode geht es um die Verständigung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in der Schweiz und das Bestreben dazu. Es soll eine kritische Auseinandersetzung darüber sein, was Muslime besser machen könnten, wo aber auch die nichtmuslimische Bevölkerung Hand bieten soll und kann.


Antwort:
Ein relativ guter Ansatz, weil die Erfordernisse auf beiden Seiten evaluiert werden sollen.
Einen kleinen Beigeschmack lässt die Formulierung allerdings insofern aufkommen, als die Muslime etwas "besser zu machen" haben und die Mehrheitsgesellschaft sozusagen, freundlicherweise oder negativ formuliert, mehr oder weniger herablassend dazu "Hand bieten" soll.



2. Wissen die Nichtmuslime zu wenig über die Welt der Muslime (weil die Muslime nicht offensiv genug kommunizieren)? Oder wollen sie nichts über sie wissen (weil sie es sich auf diese Weise einfacher machen können)?

Antwort:
Zwei berechtigte Fragen nach Ursachen des offenbaren oder eventuell auch nur augenscheinlichen gegenseitigen Nichtverstehens zwischen zwei in der Schweiz lebenden Gesellschaftsgruppen.

Ist doch eine klare, funktionierende Kommunikation eines der wesentlichen Elemente, welches für eine gute Kooperation innerhalb einer Gemeinschaft verantwortlich ist. Traurige Tatsache allerdings ist, dass die Zusammenarbeit in der Schweiz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen sich zusehends verschlechtert – obgleich sie grosso modo die gleichen, wenn mitunter auch nicht die selben gesellschaftspolitischen Ziele anstreben. Nämlich in rechtlich garantierter Gleichberechtigung, ein möglichst ruhiges Leben in relativem Wohlstand zu führen, ihre allgemein verträglichen persönlichen, kulturellen, religiösen und privaten Neigungen in geschütztem Rechtsraum ungestört ausleben zu dürfen und für diese Annehmlichkeiten selbstverständlich auch ihren Anteil anerkannterweise beisteuern zu können.



Kommunizieren Muslime nicht offensiv genug?

Die Muslime haben ihre Kommunikationsaufgaben aus unserer Sicht mehr als ausreichend wahrgenommen. Dies wird aber nur einsichtig, wenn man die soziologisch relevanten Daten die Muslime betreffend berücksichtig. Sie sind eine Minderheit mit 4 Prozent. Haben durchschnittlich einen geringeren Bildungsstand, bislang noch keinerlei relevante gesellschaftspolitische Organisation, um ihren Äußerungen ein positives politisches Gewicht zu geben, keinerlei Zugang zu nennenswerten finanziellen Mitteln usw.
Wenn man nun betrachtet, WAS die Muslime kommuniziert haben, so erscheint das für eine 4% Minderheit ohnehin schon ausreichend zu sein, um DAMIT einen konstruktiven Dialog zu führen.

Nennen wir darunter die VIOZ Grundsatzerklärung oder die anderer Vereinigungen (z.B. VAM) die Argumentarien, von GSIW, VIOZ, VAM, FIDS und KIOS zur Minarettinitiative, den Schriftverkehr mit Politikern (z.B. GSIW) – die unzähligen Interviews die gegeben wurden, die Kooperation mit interreligiösen Gesellschaften (IRAS COTIS, die verschiedenen Runden Tische, interreligiöse Foren, Rat der Religionen) usw.

Doch ist es Tatsache, dass all diese Bemühungen nicht gebührend – im wahrsten Sinne des Wortes – wahrgenommen werden. Sie werden ignoriert, weder ernst genommen, noch beschäftigt man sich kritisch mit diesem Kommunikationsangebot. (Siehe JAM Veranstaltung in Möhlin: Niemand wollte die Muslime kennenlernen Aargauer Zeitung)
Nein, viel schlimmer werden die Äußerungen von Muslimen in den Medien meist benutzt, um sie zu verzerren und in einem, für Muslime nicht vorteilhaften Licht darzustellen (nehmen wir nur die beiden jüngsten Beispiele, in welche VIOZ beteiligt war (VIOZ, die "islamistische Organisation" bei Live Channel; "VIOZ Präsident wünscht Zentralmoschee" im TAZ).
Daher die Tendenz, sich aus der öffentlichen Kommunikation etwas zurückzuziehen oder diese nur mehr unter wirklich kontrollierten und nachvollziehbar dokumentierten Bedingungen durchzuführen.

Natürlich ist es für eine Mehrheitsgesellschaft, sei sie katholisch, evangelisch, atheistisch oder sonst wie geprägt, welche ihre kulturelle, politische oder religiöse Vormachtstellung mit anders ausgerichteten gesellschaftlichen Kräften zu teilen aufgerufen ist, kein leichtes oder gar gerne umgesetztes Unternehmen. Ja selbst die Sinnhaftigkeit eigener lieb gewonnener Muster ganz grundsätzlich in Frage zu stellen, wird meist zu reflexhaften Abwehrmechanismen führen. Aber erlauben gegenwärtige gesellschaftliche Verhältnisse in Ökologie, Ökonomie und Politik tatsächlich eine solche, auf dem Sand der Verweigerung gebaute Strategie?

Daher ist unser Antwort auf Ihre Frage:
Muslime sollen ihre Kommunikationsbemühungen weiter vervollkommnen, sie auf Klarheit, Eindeutigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz hin ausrichten und die Nicht-Muslime, sollen endlich ernsthaft auf dieses Kommunikationsangebot eintreten und gemeinsam eine vernünftige, intellektuell und allgemein menschlich, natürlich auch juristisch akzeptable Form finden, mit welcher gemeinsame Anliegen unkompliziert verwirklicht werden können und unterschiedliche Anliegen ebenfalls möglichst unkompliziert als bereichernde Vielfalt angenommen und nicht als monokulturelle Feindseligkeit bekämpft werden.



3. Auch wäre interessant darüber zu sprechen, warum es bisher offenbar nicht gelungen ist, die muslimischen Interessengruppen zu bündeln. Wie kann man aber liberale Muslime und fundamentalistische, wie kann man ethnisch so verschiedene Gruppierungen mit einer Stimme sprechen lassen, wie hierzulande oft erwartet wird?

Zum ersten Teil Ihrer Frage nur kurz. Ausreichend einsichtig und einer Erklärung eigentlich nicht bedürftig sollte es sein, dass die in der Schweiz lebenden Muslime ja nicht aus einem islamischen Kalifat emigrierten, sondern aus der verschiedensten Herren Ländern in die Schweiz kamen. Diese Ursprungsländer der Muslime haben also kaum kulturelle, noch soziale, wirtschaftliche oder politische Gemeinsamkeiten. Vom gesellschaftspolitischen Standpunkt aus, gibt es also keinerlei Anlass, von einer "homogenen Gesellschaft" zu sprechen (Vergleich: katholische Italiener, orthodoxe Christen, …).
Vom religiösen Standpunkt gesehen, könnte, ja sollte idealerweise der Islam als die einigende Kraft unter den Muslimen zur Geltung kommen. Doch – jetzt mal sehr konkret gesprochen: hat der gemeinsame CHRISTLICHE Glaube die Hutus und Tutsis oder der ISLAM die Iraner und Iraker denn davon abgehalten, einander nicht zu lieben!

Ganz grundsätzlich ist es nicht Aufgabe einer Mehrheitsgesellschaft zu fordern, religiös unterschiedliche Auffassungen innerhalb einer anderen religiös definierten Gemeinschaft zu nivellieren. Solche Forderung oder Erwartung kann weder beitragen, die Unterschiede innerhalb der angesprochenen Gemeinschaft auszugleichen, noch das Verhältnis der unterschiedlich orientierten Gemeinschaft zur Mehrheitsgesellschaft verbessern.

Woran die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz allerdings arbeiten sollte, bereits arbeitet und in Zukunft auch weiter arbeiten wird – und VIOZ hat ihren Anteil an diesen Bemühungen – ist es, gemeinsame gesellschaftspolitische Positionen zu finden, die von möglichst allen Muslimen, Ausnahmen bestätigen die Regel, mitgetragen werden.
Ein Beispiel ist die Position zur Koranverteilungsaktion der verschiedenen Organisationen.
Grundsätzlich erlaubt und positiv … doch eine übertrieben wahrgenommene, offensive, ja mitunter aggressive, aufdringliche Art und Weise ist abzulehnen. Diese Position ist unserer Meinung zur absoluten Mehrheit unter den Muslimen fähig.
Womit wir schon zu Ihrer nächsten Frage kommen.



4. Was hält Herr El Guindi vom Bestreben einer Umma nach schweizerisch-demokratischen Strukturen, welche Kios und Fids anstreben?

Die VIOZ unterstützt selbstverständlich das Bestreben, eine, auch nach schweizerisch-demokratischen Strukturen aufgebaute UMMA (muslimische Gemeinschaft) zu gründen, wie KIOS und FIDS dies zu organisieren bestrebt sind. Die VIOZ unterstützt dieses Vorhaben nicht nur, sondern hat auch einen Delegierten in der Arbeitsgruppe, welche FIDS und KIOS für dieses Vorhaben ins Leben gerufen hat.


5. Ausserdem möchte ich Herrn Guindi ein paar persönliche Fragen stellen: Wie hat er sich als junger Mann in der Schweiz zurecht gefunden? Welche Sitten hat er übernommen, von welchen grenzt er sich heute noch ab? Wovon konnte er profitieren? Wovon profitieren die Schweizer von ihm als Muslimen?

…Ganz grundsätzlich erlaube ich mir an dieser Stelle klar zu sagen, dass die schweizerische Kultur in vielerlei Hinsicht von uns Muslimen sogar als "islamisch" zu bezeichnen ist, wie dies einmal von einem islamisch gelehrten Besucher aus der muslimischen Welt zum Ausdruck gebracht wurde: "In Europa gibt es VIEL Islam aber wenig Muslime …" All die Eigenschaften, die wir hier zu Lande schätzen: Verlässlichkeit, Strebsamkeit, Rechtssicherheit, soziale Sicherheit, Ehrlichkeit, kommunale und gesellschaftliche Ausrichtung auf individuelles und gesellschaftliches Wohlergehen usw. sind Prinzipien, welche von jedem islamisch geprägten Individuum, von jeder islamisch geprägten Gemeinschaft hochgehalten und umgesetzt werden müssen. Daher hätten die Muslime und Nicht-Muslime in unserem Land sehr wohl WIRKLICH gemeinsame sozialpolitisch umzusetzende Anliegen, so sie sich endlich als Partner mit unterschiedlichen Methoden und nicht als Widersacher mit entgegengesetzter Methodik begreifen lernten.
Doch … wer weiß … vielleicht gibt es Grund zur Hoffnung?



6. Was will er als Präsident der VIOZ zugunsten der Muslime ändern oder verbessern, was bisher nicht gelungen ist? Mit welchen Mitteln will er zur besseren Verständigung mit Nichtmuslimen beitragen?

Wir von der VIOZ werden weiterhin unsere integrative Arbeit über vor allem interne, wie auch nach außen gerichtete transparente Kommunikation und Kooperation mit Vertretern der muslimischen Gemeinschaften, wie auch den Vertretern der Mehrheitsgesellschaft fortsetzen. Denn es ist unsere Überzeugung, dass zuerst Konsens über die Begrifflichkeit jener Konzepte hergestellt sein muss, die wir gerne GEMEINSAM umgesetzt sehen möchten.
Das Mittel, um diesen Konsens möglichst bald herzustellen, ist die deutliche und offenkundige Rede und Schrift und das Beharren auf deutlicher und verlässlicher Antwort – von all jeden, die sich angesprochen fühlen.


Mit freundlichen Grüssen
Karin Landolt
Inland-Redaktorin
Der Landbote / Zch. Regionalzeitungen
Winterthur

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Do 28 Jun, 2012 20:25    Titel:

KRISTALLNACHT - angebrachte Strategie?

Guten Tag

Leider konnte ich Sie telefonisch nicht erreichen. Gerne möchte ich Sie um eine Stellungnahme zu folgendem Sachverhalt bitten:

Vom Twitter-Account von Alexander Müller, Schulpfleger und Mitglied des Vorstandes der SVP Stadt Zürich Kreis 7 und 8 wurde folgender Tweet abgesetzt:

„Vielleicht brauchen wir wieder eine Kristallnacht… diesmal für Moscheen“.
Angeblich ärgerte er sich über einen Entscheid in Basel (Aziz Osmanoglu wurde nicht verurteilt, obwohl er Gewalt gegen Frauen befürwortet haben soll).

Was sagen Sie zu einem solchen Kommentar im Internet?

Wir möchten heute Abend über den Fall berichten und sind froh, wenn Sie sich möglichst bald mit uns in Verbindung setzen.

Vielen Dank und freundliche Grüsse

Marc Bodenmann
Schweiz aktuell
Schweizer Radio und Fernsehen
Fernsehstrasse 1-4 8052 Zürich

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Guten Tag Herr Bodenmann

Da der VIOZ Präsident Dr. Mahmoud El Guindi unerreichbar noch 2 Wochen im Ausland weilt, beantworte ich, als VIOZ Vorstandmitglied und gewählter Medienverantwortlicher Ihre Fragen schriftlich.

Mündlich wäre ich nur bereit, den schriftlichen Text am Telefon zu wiederholen (ev. auch etwas freier und verkürzt oder länger gesprochen).

Eine weitere Variante wäre noch, dass Sie entsprechende Fragen formulieren, auf welche die schriftlichen Formulierungen als Antwort in etwa passten.

Das Vertrauen in die Medien ganz allgemein muss erst durch nachhaltige, für beide Seiten positive Kooperation wieder hergestellt werden ... leider!

mfG
Muhammad Hanel
VIOZ online-Sekretariat, Medienverantwortlicher und Pressesprecher

-------------------------

WAS soll man dazu noch sagen?? Eigentlich fehlen einem die Worte! Fast ist es so, als wäre man paralysiert ob des Unheils, welches man schon lange kommen sah und sieht ... und es dann völlig überraschend doch passiert.

“Na, gute Nacht! Weit hat es die SVP mit ihrer Politik gebracht!”

Allerdings – steter Desinformationstropfen untergräbt auch den Widerstand noch halbwegs vernünftig gebliebener Menschen gegenüber dem Einbruch der Unmenschlichkeit und Unvernunft in unsere Gesellschaft.

Doch wir hoffen, dass nun endlich die Schweizer Politiker, eine breite Öffentlichkeit UND die Mehrheit der Medien realisieren, wohin undifferenzierte, einseitig orientierte Informations- und Medienpolitik letztlich führt, ja führen muss!

Auch steht zu hoffen, dass mit diesem bislang üblichen völlig unprofessionellen medialen und politischen Umgang, wenn es sich ganz allgemein um theologische Fragen oder um den Diskurs mit Theologen handelt (besonders muslimischen) endlich Schluss ist.

Denn so wahr es ist: “wie man in den Wald hineinruft, so tönt es zurück”, genauso ist es war, dass gesellschaftlich geübter, inakzeptabler Populismus auf der einen Seite, die gleiche Fratze auf der anderen Seite auf den Plan ruft. Eine Tatsache, die nur von beschränkten Geistern als Bestätigung für die Legitimität ihrer verursachenden Ungeheuerlichkeiten gewertet wird.

Auch wenn eine Mehrheit unter den Muslimen bereits den Dialog mit Vertretern der SVP (immerhin der größten Schweizer Partei) als völlig sinnlos ablehnt, haben wir immer noch die Option – schon lange von mir angeregt (z.B. meinem GSIW Kollegen, NR Daniel VISCHER schon vor Jahren vorgeschlagen) – eine wirklich offene, ausgesuchte Runde von jeweils einem hochrangigen Vertreter ALLER Schweizer Parteien einzuberufen und JEDE EINZELNE Frage (die begründet oder unbegründet Sorge zu Beunruhigung gibt) unter kontrollierten, d.h. moderierten Verhältnissen zu besprechen und pragmatische Lösungsansätze gemeinsam zu entwickeln.

Die bis dato eingerichteten kantonalen oder Bundes - Dialogplattformen, Runden Tische oder interreligiöse Räte vermochten diese schon längst fällige Arbeit leider bislang nicht zufriedenstellend erledigen.

Der Grund liegt zum größten Teil in der Tatsache begründet, dass die teilnehmenden theologischen Vertreter ihrer jeweiligen “politischen Heimat” zu sehr verpflichtet sind, um freie, unabhängige Wege miteinander zu wagen. Unbedingt sollten in solch eine Runde auch noch Vertreter der Wissenschaft, also Religions- und Politikwissenschaftler vertreten sein. Die Schweiz hat – Gott sei Dank – einige ausgesprochen fähige Persönlichkeiten diesbezüglich aufzubieten.

Allerdings sind wir glücklicherweise auch der in der Lage behaupten zu können (man klopfe auf Holz), dass die Muslime in der Schweiz eine unglaublich besonnene Haltung gegenüber all den Unerträglichkeiten gezeigt haben, die man ihnen hierzulande zumutet (durchaus vergleichbar mit Österreich, meinem Herkunftsland).

Entweder wagen wir uns gemeinsam an den Bau einer (, für alle) offenen Zukunft – oder wir haben damit zu rechnen, dass wir alle miteinand’ nicht mehr viel Zukunft zu erwarten haben.



Guten Tag Herr Hanel

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Ich hatte unterdessen auch Kontakt mit Frau Osman-Besler, Vizepräsidentin VIOZ.

Natürlich bedauere ich es sehr, dass Ihr Vertrauen in die Medien gestört ist. Ich kann nur sagen, dass unsere Sendung (Schweiz aktuell) immer sehr bemüht ist, negative Klischees nicht noch zu verstärken oder Ängste zu schüren, sondern Informationen und Einblicke zu liefern, die eine bessere Verständigung aller Menschen, die in der Schweiz leben, zu ermöglichen.

Wir werden Ihre schriftliche Stellungnahme in den Beitrag einbinden. Allerdings, das habe ich auch Frau Osman-Besler geschrieben, käme die Empörung über ein solches Verhalten eines Politikers in einem kurzen Statement vor der Kamera besser zum Tragen.

Freundliche Grüsse
Marc Bodenmann

Schweiz aktuell
Schweizer Radio und Fernsehen
Fernsehstrasse 1-4 8052 Zürich


M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
Sehr geehrter Herr Bodenmann

Hatte auch gerade Kontakt mit Frau Belkis OSMAN, welche diese Sache vertrauensvoll in meine Hände gelegt hat. (Alle unsere Mails der Öffentlichkeitsarbeit geht auch unmittelbar an den Vorstand, um auf diese Art den möglichen Konsens herzustellen oder Einwände zu hören).

Verstehe und begrüße Ihre Mail sehr.

Aber ich bin ohnehin im Aargau und nicht in Zürich zu Hause und am Abend zu einer Sitzung in Zürich.

Und – ich sage Ihnen das in der Hoffnung auf Ihr Verständnis.

Mir persönlich liegt gar nicht soviel daran, der – auch wenn sie gerecht ist – Empörung gehörig vor der Kamera zum Ausdruck zu verhelfen ... denn ich bin vielmehr verzweifelt, denn empört ... wir haben uns JAHRELANG empört, jahrelang um Gehör gebeten, versucht uns kompetent einzubringen ... doch der Volkswille wollte es anders ... ich hatte nach der Antiminarettabstimmung ein kurzes Fernsehinterview als damaliger Projektleiter des “Zelt Abrahams” mit Telebasel und ich sagte damals schon: “... ein DAMMBRUCH ist geschehen” und jetzt ... fast bildlich ... sehen wir die braune Schlammwalze, zu unserem Grausen auf uns zubrausen!

Und – noch etwas: nicht die Empörung der Muslime (die mitunter auch übers Ziel schießt oder unpassend zum Ausdruck kommt) kann diesem Desaster in ihrem Unwesen Einhalt gebieten.

Dies geht m.E. nur über den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt der “Mitte”, der Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ... deshalb mein Drängen auf einen “polit-religiösen Thinktank”.

Und – wie ich schon sagte, die Mehrheit (zum Glück noch nicht die absolute) der schweizer Bevölkerung steht “mehr oder weniger hinter der SVP Politik” ... wenn auch die Müllersche Variante denn doch als zu weit gehend erachtet werden wird. Trotzdem, die Kraft (physikalisch ausgedrückt, “die Masse”) welche aufgewendet werden muss, um diese Schlammlawine vom “Dorf” abzulenken und in sich auslaufen zu lassen, können die Muslime unmöglich aufbringen und deren Empörung wird keine besondere Motivation sein, die andern dazu zu animieren ... so steht es zu befürchten.

Also – herzlichen Dank für Ihre freundliche Berücksichtigung!

mfG
Muhammad Hanel


Guten Tag Herr Hanel

Vielen Dank für Ihre Worte!

Ich kann Ihre Argumentation gut nachvollziehen!
Es bleibt mir zu hoffen, dass wir zu einem späteren Zeitpunkt und unter erfreulicheren Umständen mit Ihnen ein Interview führen dürfen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

Marc Bodenmann
Schweiz aktuell
Schweizer Radio und Fernsehen
Fernsehstrasse 1-4 8052 Zürich
marc.bodenmann@srf.ch



VIOZ MEDIENMITTEILUNG vom 26.6.2012

http://www.gsiw.ch/Kristallnacht.pdf

Es braucht keine neue Kristallnacht und es brauchte nie eine Kristallnacht

Beflügelt durch teils politische und mediale Desinformation weltweit, wähnen sich die Islamkritiker auf dem Vormarsch. Das kulturell christlich-jüdische Abendland soll gerettet werden, notfalls mit Gewalt.

Welch umnachteter Geist treibt nun, mit immer mehr Akzeptenz sein Unwesen, wenn mörderische Aktionen gegen Juden als angebrachte, ja brauchbare Strategie gegen Minarette, Muslime und Islam zur Rettung eben jenes beschworenen jüdisch-christlichen Abendlandes wahrgenommen werden?

Über Äußerungen, wie sie möglicherweise von einem Mitglied der SVP im Internet und den Medien verbreitet wurden, empört zu sein, reicht bei weitem nicht mehr.
Nicht nur deshalb, weil Empörung von Seiten der Muslime meist ohnehin als unberechtigt erachtet wird – und obendrein allgemein zu nichts anderem beizutragen vermag, als den Widerwillen gegenüber Islam und Muslimen zu verstärken – sondern weil mit solchen Äußerungen eine weitere Grenze überschritten wurde, die tatsächlich Anlass zu grausamer Angst um Leib und Leben geben. Die allgemeine Sicherheit, der religiöse Friede im Land wurden nun ernsthaft bedroht.

Nicht nur Muslime in der Schweiz werden ab nun mit noch mehr Furcht vor möglichen Angriffen und Anschlägen sich in der Öffentlichkeit zeigen und sich in ihre Gotteshäuser begeben – auch andere Minderheiten in der Schweiz werden mit Grauen auf bereits Erlebtes zurückblicken.

Solch abscheuliche Politik setzt allerdings auch die Mehrheitsbevölkerung akuter Bedrohung aus, wie aus dem historischen Kontext klar abzuleiten ist.

VIOZ anerkennt das rasche Handeln der Staatsanwaltschaft. Der dankenswert deutlichen Stellungnahme von Roger Liebi, Präsident der Stadtzürcher SVP und der nicht minder deutlichen Stellungnahme der GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus, "Worte können töten" schließt sich VIOZ mit Hochachtung und Respekt an.
Weitergehende rechtliche Schritte als Dachverband oder durch unsere Mitglieder, insbesondere Zürcher Moscheevereine, behalten wir uns vor.

Es wird nun an uns allen liegen, jene, das Land bereits ernsthaft bedrohende geistige "braune Schlammflut" in ungefährliches Gebiet umzuleiten und auslaufen zu lassen, bevor der Schweiz noch ernsthafterer Schaden erwächst.
_________________
Wassalam
M.M. Hanel


Zuletzt bearbeitet von M.M.Hanel am Do 26 Jun, 2014 21:04, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
M.M.Hanel
Administrator


Anmeldedatum: 16.07.2010
Beiträge: 502
Wohnort: Schweiz




BeitragVerfasst am: Di 24 Jul, 2012 19:42    Titel:

KNABENBESCHNEIDUNG - Interview mit Radio LIVE Channel

Guten Tag Herr Hanel

Wir machen auf Radio Life Channel, das christliche Radio der Schweiz, die aktuelle Diskussion um die Kindsbeschneidung zum Thema.
Wir möchten möglichst alle Seiten beleuchten und deshalb stelle ich gerne einige Fragen an Sie zu diesem Thema.
Das Telefon-Kurz-Interview (ca. 5 Min.) wird in diese Richtung gehen:



Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema – sollen Kinder beschnitten werden dürfen?

M.Hanel für VIOZ hat Folgendes geschrieben:
Damit wir uns richtig verstehen, sprechen wir hier von der KNABENBESCHNEIDUNG. Daher ja, Knaben sollen beschnitten werden dürfen.


Diese Diskussion wirft eine Grundsatzfrage auf um Rituale – Dürfen Eltern die Religion ihrer Kinder bestimmen?

M.Hanel für VIOZ hat Folgendes geschrieben:
Lassen Sie mich dazu ein wenig ausholen.
Eltern kommt ja nicht nur das Recht auf die Ausübung und Bestimmung der Erziehung ihrer Kinder rechtmässig zu.

Sie haben darüber hinaus auch noch die Pflicht, ihren Kindern, die ihrer Meinung nach, beste Erziehung und Prägung fürs Leben mitzugeben!
Und steht es denn nicht ausser Frage, dass nicht nur gläubige Juden und Muslime, sondern alle glaubenstreue Anhänger jeder Religion der Auffassung sind, dass ihre elterliche religiöse Prägung die jeweils beste für ihr Kind ist?

Es kommt hier in dieser Diskussion offenbar eine perfide Taktik des immer weiter um sich greifenden und mächtiger werdenden anti-religiösen Zeitgeists zum Ausdruck, zwei grundsätzlich legitime, augenscheinlich gegensätzliche Positionen gegeneinander auszuspielen.

In unserem Fall, das elterliche Erziehungsrecht gegen das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.
Die Eltern werden als Gewalttäter dargestellt, deren gewaltvoller Willkür Einhalt geboten werden müsste

Zuerst aber ist zu verstehen, dass das Erziehungsrecht der Eltern ganz grundsätzlich kein Privileg auf Kosten des Kindes ist - so wie dies darzustellen versucht wird.

Und die garantierte Religionsfreiheit schützt in Wahrheit nämlich nicht nur das Recht der Eltern auf freie Religionsausübung.

Sondern vielmehr ist in unserer Debatte die über die Religionsfreiheit grundrechtlich geschützte Position - das Recht des Kindes, von den eigenen Eltern und nicht vom "Staat" oder einer antireligiösen Mehrheit erzogen zu werden!

Eltern, die ihren Sohn zur Beschneidung bringen, handeln im Interesse des Kindes und nicht gegen dessen Interesse!

Um nun auf Ihre anfängliche Frage zurückzukommen.
Eltern dürfen nicht nur die Religion ihrer Kinder bestimmen, sondern dies ist sogar deren elterliche Pflicht!


Finden Sie es richtig, dass man diese Frage nach der Beschneidung von Kindern überhaupt hinterfragt?

M.Hanel für VIOZ hat Folgendes geschrieben:
Ja natürlich finde ich das richtig. Das Hinterfragen von Positionen, welche von einigen als Selbstverständlichkeit erachtet werden, sollen doch von jenen, für die diese Positionen eben nicht selbstverständlich erscheinen, hinterfragt werden dürfen.
Dies muss in einer Gesellschaft, die nicht ihre umfängliche geistige und spirituelle Vitalität verlieren möchte, erlaubt bleiben.


Herzlichen Dank bereits jetzt für Ihre Bereitschaft.

Freundliche Grüsse
ERF Medien
Tobias Grimm, Multimediapraktikant

_________________
Wassalam
M.M. Hanel
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Schweizer Muslime Online - GSIW Forum werbefrei Foren-Übersicht -> INTERVIEWS Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter
Seite 4 von 6

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB2.de


Impressum