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Gespräch mit Frauen des ImanZentrums Volketswil

 
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Sumaya M.



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Beiträge: 32





BeitragVerfasst am: Mo 18 Mai, 2015 20:32    Titel: Gespräch mit Frauen des ImanZentrums Volketswil

SAM: As Salamu aleikum. Liebe Frauen, Ihr trefft Euch regelmässig in dieser grössten Moschee im Raum Zürich. Was motiviert Euch, in die Moschee zu kommen?

Iman (aus Palästina): Das Lernen , Beten und die anderen Schwestern treffen, Erfahrungsaustausch

Safiyya (Schweizerin) : es ist ein Gotteshaus...

Alima (aus dem Kosovo): Die Schule ist für unsere Kinder wichtig. Hier ist der Unterricht in Deutsch und meine Kinder verstehen Deutsch am
besten. In meiner Sprache hatten sie auch Unterricht aber da ist nicht so viel hängengeblieben.

Albena (aus Volketswil/Kosovo) Was ich hier gut finde ist, dass diese Moschee nicht abhängig von einem bestimmten Land ist. Die meisten anderen Moscheen sind an der Nationalität ihrer Besucher ausgerichtet – sind “bosnische”, “türkische”, “albanische” “arabische” Moscheen. Hier ist ein Platz für alle Muslime, egal woher man kommt. So lernt man auch Muslime anderer Kulturen kennen, lernt etwas über ihr Leben in ihrer jeweiligen Heimat, wie ist man hierhergekommen, wie findet man sich zurecht. Ich finde es schön, sich darüber auszutauschen.

Safiyya: Ich finde es gut, dass man sich hier auf gleicher Ebene gegenübersteht, sich selbst sein kann, wie man ist. Obwohl ich nicht wirklich Probleme mit den Menschen “draussen” habe, wird man doch manchmal angegriffen....Hier kann man sich austauschen, Problemlösungen gemeinsam suchen, das Zusammensein tut einfach gut.

SAM: Trefft Ihr Euch auch ausserhalb der Moschee?

Safiyya: Es kommt natürlich darauf an wo man wohnt, als Nachbarn trifft man sich eher.

Sonja (Schweizerin): oder man nützt die beruflichen Qualitäten anderer Frauen, z. B. Therapeutinnen, Coiffeusen etc. Hier ist es so – man kennt sich, is aber nicht unbedingt “beste Freundinnen”. Aber man hat hier Gemeinsamkeiten, die man vielleicht ausserhalb nicht hätte. Es können sich auch Freundschaften entwickeln, die hier entstanden sind.

Alima: Immerhin trifft man sich regelmässig, am ersten Sonntag im Monat und freut sich immer wieder darauf.

Laila: Ich habe keine Familie hier und drei Kinder, für uns ist so ein Ort wichtig.

SAM: Wie würdet Ihr das beschreiben, was muslimische Frauen verschiedener Herkunft verbindet und eint?

(Alle) : Der Glaube, der Islam.

Conny (Schweizerin, Vorstandsmitglied): Alles andere wird auf dieser Basis ganz spannend. Man kann vieles dazulernen, egal ob´s ums Kulinarische geht oder um viele andere Aspekte der Vielfalt.

Laila (aus dem`Irak): Es gibt Vielfalt aber im Islam sind wir eins.

SAM: Könntet Ihr Euch vorstellen, dass die Beziehungender Frauen untereinander ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachsen der muslimischen Gemeinschaft darstellen?

Allgemeine Zustimmung.

Alima: Ich finde schon, dass die Frauen einiges steuern. Wir organisieren hier vieles, wie Familienausflüge, am Jum´a Kuchen backen für Sammelaktionen, Frauen sind sehr wichtig in der Gemeinschaft. Viele Dinge, die Frauen organisieren, würden die Männer nie machen.

Albena: Die Männer beschweren sich manchmal, dass wir Frauen mehr machen, dass es keine “Männertreffs” gebe – da kann man nur sagen, organisiert Euch halt auch selbst mal..... Ich glaube, die Frauen sind organisatorisch einfach besser. Speziell in dieser Moschee ist es glaubs so, dass der Frauenteil sehr stark und sehr stützend in der Organisation der Moschee ist.

Safiyya: Ich finde allgemein kann man heute den Zusammenhalt der Muslime nicht wirklich als “stark” bezeichnen. Ich weiss nicht wo die Problematik dabei wirklich ist aber jeder will irgendwie sein eigenes “Ding” machen, das schwächt auch die Ansätze hier in der Moschee. Solange wir nicht unseren Fokus mehr auf Allah richten ist Neid, Eifersucht und Fitna schon ein grosses Problem . Da sind wir noch ziemlich am Anfang, glaub` ich...

SAM: Könnte es sein, dass ein Ort wie dieser es erleichtert, Dinge auf einen (praktischen) Nenner zu bringen?

Safiyya: Als “Realist” und ohne damit allzu negativ sein zu wollen – ich sehe das nicht wirklich so. Ich glaube, es muss zuerst noch viel an Persönlichem gearbeitet werden, das kann die Gemeinschaft nicht “machen”....

Conny: Ich glaube schon, dass wenn Gemeinschaft zustande kommt, die Persönlichkeit sich dadurch auch ändert. Dass man dabei gegenseitige Akzeptanz lernt, nicht nur das Eigene durchzusetzen...

Safiyya: Es kommt auf die Beteiligten an... wenn man sich jüdische Gemeinschaften ansieht, scheint es dort – auch finanziell - besser zu funktionieren.

Su'ad (aus Algerien ): überall gibt es diese Problematik, das ist allgemein ein Problem.

Albena: Aber es ist ein guter Anfang, dass man so eine Gemeinschaft hat. Wir können nicht alles auf einmal ändern, aber ich finde es gut, dass es hier mal so eine Gemeinschaft gibt, wo alle hinkommen können, nicht länderspezifisch. So lernt man, das Andersartige mal zu akzeptieren, andere Lebensformen und so geht das dann Schritt für Schritt weiter. Stufe für Stufe, in sha Allah.

Sonja: Mir kommt dazu das Stichwort “Übungsfeld” in den Sinn. Du sagtest, man trifft sich, lernt sich in seiner Andersartigkeit kennen und hat gleichzeitig doch das Verbindende . Man trifft sich über einen längeren Zeitraum, weiss, hier ist eine Art “Zuhause” zum Lernen und Sich - Austauschen. Indem das jedem persönlich etwas gibt, wird daraus auch etwas, das die Gesellschaft ändert; man kann nicht die Gesellschaft als Ganzes ändern aber jeder Einzelne kann stetig etwas dazulernen. Man kann sagen, wir sind “Multiplikatorinnen”, erzählen unseren Kindern unserem Mann, multiplizieren so das Erlebte und tragen es nach Draussen, ins Berufsumfeld, zu den Nachbarn...

Safiyyah: Also wenn man sieht, wieviele (nämlich “megawenige”) aus unserer grossen Gemeinschaft bei den Veranstaltungen, die von Laila (der Vereinspräsidentin IGVZ Laila Oulouda) organisiert werden, erscheinen, wie z. B. zu den Vorträgen von Mohammed Johari, zeigt das mir doch, dass vieles noch nicht gereift ist.

Conny: Man muss natürlich sehen, dass das alles noch relativ jung ist...
Alima: Allgemein ist es nicht einfach, Leute hierher zu bringen, einige wohnen nicht in der Nähe, andere haben andere Verpflichtungen... Auch wenn wir für die Frauen etwas organisieren – das ist ein grosser Aufwand mit Werbung etc. nur schon für kleine Anlässe. Wie man die Leute bei grösseren Veranstaltungen herbringen kann, weiss ich auch nicht...

Conny: Ich glaube, einfach dranbleiben und darauf vertrauen, dass es wächst.

Alima: Die Leute müssen sich erst mal daran gewöhnen, dass es ein Angebot gibt, das man nutzen kann.

Conny: und es braucht ein Umdenken. Es läuft hier anders, Deutsch ist die “Grundsprache”, Ankündigungen werden auf Deutsch gemacht. Man trifft sich hier nicht nur mit “seinen eigenen Leuten” - das braucht vielleicht oft einen gewissen Anlauf, das geht über Jahre....

SAM: Könnte es sein, dass man mehr Gewicht auf Praktisches legen sollte, dass die Leute etwas “theoriemüde” sind? Oder dass man vielleicht beides zu verbinden sucht?

Conny: Also deutsche Vorträge über den Islam hat es bis jetzt noch nicht so viele gegeben.

Alima: Problematisch ist es auch, wenn man mehrere Kinder hat.... besser wären vielleicht kürzere Vorträge, höchstens 1, 2 Stunden, mit organisiertem Kinderhütedienst...

Sonja: Ich finde, man darf nicht Theorie und soziale Events gegeneinander ausspielen. Wir sind ja nicht ausschliesslich sozial – es soll ja schon für jeden möglich sein, auf seine Weise im Glauben weiterzukommen. Und da geht es um beides. Ich gehe gerne am Dienstagabend in den Dars von Shaikh Youssef und bin sehr froh darum, dieses Angebot nutzen zu können, denn das „organisiert“ die Informatiosflut in meinem Hirn. Das ist ein anderes Themenfeld, ein anderer Motivator als der Frauentreff, wo wir uns über persönliche Sachen austauschen. Für mich braucht's wirklich beides.

SAM: Wie geht Ihr mit den Differenzen um, die die muslimische Welt durchziehen, sei´s auf politischer oder auf "religiöser" Ebene - das heisst, auch mit mit der verschiedenen Auslegungen von religiösen Details inmitten dieser Vielfalt?

Safiyya: Ich respektiere andere Meinungen.

Conny: Es gibt schon viele kleine Sachen, die je nach Nation verschieden gemacht werden, was nicht leichtfertig als „haram“ abgetan werden kann, sondern wo man zuerst einmal abklären muss, woher das kommt und so lernt man dazu. Die einen sind von dieser, andere von einer anderen Rechtsschule geprägt, man kann da einiges lernen, ich glaube, das bringt die Muslime innerhalb der Gemeinschaft was Akzeptanz betrifft, weiter.
Safiyya: Problematisch ist auch oft, dass viele sich als Wissend, als Gelehrte darstellen, die eigentlich kein Wissen haben. Es wird Wissen aus dem Internet eingebracht, da muss man aufpassen....

SAM: Welche Instanz „korrigiert“ das?

Safiyya: Der Imam der Moschee, der ja die Rechtsschulen kennen muss. Es gibt aber immer Diskussionen über die verschiedenen „Richtungen“, keiner will vom „anderen“ etwas nehmen, der hat da oder dort studiert, von dem lasse ich mir schon gar nichts sagen....

Alima: Es gibt ja unbestreitbar mehrere Auslegungen im Islam. Man strebt danach, für sich das richtige, stimmige zu finden. Man sollte jedem seinen Weg lassen. Ich selbst bin im Islam geboren aber weiss noch vieles nicht, lerne tagtäglich. Man sollte sich davor hüten, andere zu verurteilen, das und jenes einzuordnen . Dinge wie „du trägst dein Kopftuch falsch“ haben hier nichts zu suchen.

SAM: Was bedeutet die Moschee für die Kinder? Gehen sie hier in die Schule? Kommen sie gerne?

Sonja: meine Kinder können aufgrund der Distanz zur Moschee nicht regelmässig kommen. Bei uns beschränkt sich die islamische Erziehung auf das, was wir zuhause mitgeben können. Aber wenn es die Möglichkeit gibt, im Zusammenhang mit einer Aktiviät mit anderen muslimischen Kindern zusammenzukommen, kommen sie immer sehr gerne. Sie fühlen sich wohl hier.

Albena: meine Kinder gehen hier in die Schule. Ich finde das ein gutes Angebot, von Kindergarten bis sechste Klasse und das wird schön nach Alter unterteilt, man hat die Wahl zwischen Mittwochnachmittag und Samstag; ich nutze den Mittwochnachmittag. Manchmal ist es in bisschen viel für meine Kindern, weil sie ja neben der Schule auch noch Fussballtraining haben etc.... Aber wenn sie dann nachhause kommen, haben sie das schon wieder vergessen, alles war super, sie erzählen vom Gelernten...

Safiyya: Mein Sohn ist 5 er geht nirgends in eine arabische Schule. Für ihn ist die Moschee Gebetsort, wir kommen oft zum Freitagsgebet, wo sein Vater oft die Khutba macht, da hört er gerne zu.... er spürt und erfährt hier das muslimische Gemeinschaftsleben, auch zum Beispiel bei 'Id – Feierlichkeiten, das ist mir wichtig.

SAM: Seid Ihr zufrieden mit der Infrastruktur der Moschee?

Alle: ja, seeeehr!

Safiyya: ich finde nur, es fehlt noch etwas, ein Anliegen habe ich...

Alle: jetzt kannst Du's rauslassen, bring´s an...

Safiyyah: ich finde, es fehlt unbedingt die Möglichkeit zu sportlicher Aktivität, zur Fitness für Frauen mit Kopftuch! Ich weiss nicht, ob man das hier einbauen könnte oder ob wir nebendran eine kleine „Hütte“ dafür bauen könnten, mit Sauna.....

Alima: eine Wohlfühloase....

(Gelächter...)

Safiyyah: ein kleines Dorf, mit Häusern, Wohnungen, ein Bauernhof, alles schon geplant....

Alima: jetzt mal im Ernst: die Infrastruktur ist hier sehr gut, es ist schön gemacht, rollstuhlgängig, wir haben einen guten Wudhubereich, es ist auch alles gut gemacht und es fehlt an nichts.

SAM: Wie seid Ihr zufrieden mit der Leitung und Organisation des Betriebs? Was könnte daran verbessert werden und was würde jede von Euch beisteuern, welche Ressourcen könnten besser ausgeschöpft werden?

Safiyya: Ich wünschte mir allgemein nicht mehr aber mehr Qualität im Angebot, ein besseres Miteinander "fi Sabili Llahi". Das ist nicht einfach, jeder hat seine eigenen Vorstellungen, man hat Familien, etc. aber so könnte man vielleicht doch einiges mehr auf die Beine stellen, einen Putzplan erstellen etc., In einer anderen Moschee waren zum Beispiel die Aktivitäten organisiert: eine Gruppe, die Gefängnisbesuche macht, eine für Totenwaschung, etwas für den Morgen, etwas für den Abend. Eine richtige Struktur und Einteilung und das hat funktioniert.

Conny: Das grosse Problem ist, Leute zu finden, die da nachhaltig mitarbeiten.

Su'ad: Engagierte Leute sind schon viele da. Aber Diese Moschee in Zürich war halt in der Mitte der Stadt und es war nicht so gross....

Conny: Genau, es braucht halt sehr viel hier und wir sind eigentlich wenige, die aktiv sind. Zum Putzen allerings kommt ein Putzinstitut, so ein grosses Zentrum braucht das einmal in der Woche....

Alima: Es ist ja nicht nur Moschee - Gebetsraum - hier, sondern ein Zentrum, sehr gross verglichen mit anderen ähnlichen Orten. Das alles sauber zu halten, zu unterhalten, das braucht viel an Organisation und Zeit.

Su'ad: Ich kenne viele Leute, die in diese Moschee kommen möchten, es ist aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht einfach zu erreichen. Vielleicht aber könnte man Muslime damit beschäftigen, die Arbeit suchen, etwas Geld verdienen wollen und gleichzeitig könnte das Zentrum so etwas einsparen?

Alima: Der Verein und die Stiftung arbeiten ja Hand in Hand. Es ist aber dennoch nicht so einfach, das alles zu organisieren, man kann auch nicht den Leuten nachrennen, die putzen sollten, das muss gut organisiert sein, wenn es um Dinge geht, die regelmässig gemacht werden sollen, da muss man schon dahinter sein. Kleinere Arbeiten können schon mal an einzelne vergeben werden.

Conny: Es kommt natürlich schon ein Putzinstitut zum Putzen, so ein grosses Zentrum braucht einfach ein Putzinstitut.

SAM: Habt Ihr das Gefühl, es besteht eine gute Zusammenarbeit mit den Männern? Ihr habt eine Vereinspräsidentin....

Conny: Wir haben eine Präsidentin und hatten auch schon mehr Frauen als Männer im Vorstand, das hat sich einfach so ergeben.

SAM: Hat das einen Einfluss auf die Kommunikation untereinander?

Conny: Würde ich schon sehr meinen. Zwangsläufig muss so der Kontakt viel intensiver sein.

Safiyya: die Frauen werden hier gut behandelt - nicht wie in manchen Moscheen, wo man ganz anderes erleben kann.

SAM: Werdet Ihr mit einbezogen, informiert, habt Ihr das Gefühl, dass es auch Euer Projekt ist, Eure "Plattform", wo Ihr Euch einbringen könnt?

Alle: Ja, durchaus.

Albena: Wir werden gut informiert. Es wäre vielleicht auch manchmal an uns gelegen, dass man (auch finanzielle) Hilfe anbietet oder Ideen einbringt. Die Organisatoren geben sich sehr Mühe aber man muss auch von unserer Seite spüren, dass wir auch wollen.

Safiyya: Wir haben einmal eine kleine Frauengruppe gebildet und einige Aktivitäten gestartet, das war sehr gut, ist gut gelaufen. Also man kann, wenn man will....

SAM: Wie steht es mit der Jugendarbeit?

Safiyya: Ich habe mich einmal angeboten, da etwas auf die Beine zu stellen, allerdings wird so manches Angebot auch nicht wahrgenommen.
Alima: Dann muss man halt vielleicht später nochmals darauf zurückkommen, vielleicht stimmt der Zeitpunkt grad nicht...

SAM: Aber müssen da nicht vor allem die Jugendlichen selbst die Initiative ergreifen?

Safiyya: Oft blockieren die Erwachsenen sie mit zuviel "Strenge". Alles mögliche ist "haram" und die Art, auf die das mitgeteilt wird, stösst vor den Kopf. Daran müsste man wirklich arbeiten, hier müsste man umdenken. Die verschiedenen Kulturhintergründe dürfen da nicht so im Vordergrund stehen, man muss auf aktuelle Bedürfnisse eingehen, einladen. Leider erscheinen zu Vorträgen über Erziehung etc. oft diejenige, die es angehen würde, nicht. Ich wäre in meiner Situation sehr froh um einen bessere Einbindung der Jugendlichen.

SAM: Es sollten sich also diejenigen, die Wissen und erzieherische Fähigkeiten haben, den Jugendlichen als Gegenüber anbieten, das auch aktuelle Gegebenheiten mit berücksichtigt.

Safiyya: Ja, und alle Beteiligten sollten ihre erzieherischen Ambitionen allgemein etwas herunterschrauben, den Jungen nicht ständig dreinreden... sie sind immerhin da!

Alima: Vielleicht die Jugendlichen mehr einbeziehen, als Kinderhütedienst, etc., das erweist sich oft als sehr erfolgreich, vor allem, wenn sie etwas dabei verdienen können. Letzthin gab es in der Moschee eine Sammelaktion. Meine Tochter wollte zuerst nicht mithelfen. Als ihr aber dann Verantwortung übertragen wurde, hat sie ohne "wenn und aber" mitgemacht und war anschliessend ungemein stolz auf das Geld, das sie einsammeln konnte, ist total motiviert nachhause gegangen.

Su'ad: Die Frage ist auch immer die nach der Durchmischung von Mädchen und Jungen, die sollte in einer Moschee nicht sein.

(Aufgeregte Diskussion, sehr verschiedene Ansichten dazu, man kommt zu keiner Einigung.)

SAM: gibt es einen Austausch von der Moschee her zur nichtmuslimischen- Aussenwelt?

Alle: Ja, durchaus! Es gibt Führungen durch die Moschee, auch für Firmen, Schulklassen können kommen, es gibt auch den Tag der offenen Tür, der viele Besucher anzieht.

SAM: Was müsste sich verändern, damit das Leben von Muslimen im Lande lebendiger, greifbarer, "ganzheitlicher" wird und könnte diese Moschee einen Ausgangspunkt dafür darstellen?

Alima: Mir wäre es ein Anliegen, dass die verschiedenen Moscheevereine mehr zusammenarbeiten, einheitlicher würden, es gibt so viele Moscheen, überall verstreut. Da müssten zuerst einmal die Gelehrten daran arbeiten, dass sie einen gemeinsamen Nenner finden, dann würde die "Basis" auch eher mitziehen. Ein Übel ist auch das Einbringen von Internetwissen, welches sich verbreitet, das behindert das Zusammenwachsen.

Safiyya: Ich fände es schön, wenn wir einen islamischen Sender hätten, nicht nur Radio, auch Fernsehen...

Alima: Dafür müssten die Muslime eben verstärkt zusammenwachsen.
Ansonsten scheitert es schon am Gesuchstellen.

Albena: Probleme gibt' s auch auf sprachlicher Ebene. Viele Gelehrten der älteren Generation können zuwenig Deutsch, um aufzutreten.

Conny: Ich finde, die Schönheit des Islam muss die Muslime wieder erfassen; nicht irgendeine "Kultur", sondern die Schönheit! Dann gibt es automatisch nicht mehr diese Spaltung unter den Muslimen. Dann wird diese Schönheit auch die nichtmuslimische Gesellschaft erreichen, in der wir leben.







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